Puerto Rico: Ausweichroute der zentralamerikanischen Drogenschmuggler

Bild: © n.v. -

Nachdem der „War on Drugs“ in den letzten Jahren immer erbitterter gekämpft wird und Länder wie Honduras und Mexiko offen zu militärischen Gegenmitteln greifen, scheinen einige zentralamerikanische Drogenkartelle ihre Schmuggelrouten angepasst zu haben. Anstatt den Transit über die stark kontrollierte US-mexikanische Grenze abzuwickeln, werden verstärkt Routen durch die Karibik genutzt.

Zu diesem Schluss kam Pedro Janer, Zuständiger der DEA für den karibischen Raum. Er stellte fest, dass in den vergangenen Monaten massiv Drogen über Inseln wie Tortola, Antigua oder eben Puerto Rico Richtung Norden geschmuggelt wurden. Von Vorteil für den unkomplizierten Drogentransit scheint hier der enge Kontakt zu sein, den der kleine Inselstaat mit den USA pflegt. Puerto Rico gilt seit 1898 als ein sogenannter assoziierter Freistaat der USA. Alle Puerto-Ricaner besitzen die US-Staatsbürgerschaft, mit der Ausnahme des Wahlrechts. Gerade in den Staaten der US-amerikanischen Ostküste gibt es große puerto-ricanische Gemeinden mit starken Verbindungen zur Heimat. All diese Faktoren, sowie das unterfinanzierte Polizei und Rechtswesen in Puerto Rico, dem immer wieder Korruption nachgesagt wird, machen die Insel zu einer attraktiven Ausweichroute für die Drogenkartelle.1

Es stellt sich nun die Frage, wie Organisationen, die international mit der Bekämpfung von Drogenhandel beauftragt sind, mit diesen neuen Umständen umgehen werden. Blickt man auf die aktuelle Situation in Honduras, so ist die Antwort klar. Spezialeinheiten in die betroffenen Länder schicken, einheimische Militärs ausbilden sowie bewaffnen und militärische Operationen durchführen.2

Das Vorgehen gegen den Drogenschmuggel scheint für die USA zu einem Kampf gegen Windmühlen zu werden. Sobald der Drogenhandel in einem zentralamerikanischen Staat unter massiven Druck gerät, relokalisieren die Kartelle ihre Routen und passen sich den neuen Umständen an. Es zeigt sich zum wiederholten Male, dass die bisherigen Ansätze der Anti-Drogenpolitik reformiert werden müssen.

  1. Link zum Artikel von InSight Crime []
  2. Link zum Artikel von EarthLink e.V. []

Über alex / EarthLink

Student der Politikwissenschaften und der Soziologie an der LMU München. Praktikant bei EarthLink e.V. Isst jeden Tag einen Apfel.
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.