Mexiko: Kartell veröffentlicht Anwerbevideo für entlassene Polizisten

Bild: © n.v. -

Ein seit kurzem im Internet kursierendes Video sorgt innerhalb des mexikanischen Polizeiapparates für Furore. Das Video richtet sich an bestimmte Polizisten, die im Zuge der mexikanischen Polizeireform gefeuert wurden. Eine Anti-Korruptionsmaßnahme eben dieser Reform verlangt von allen Polizisten Drogentests sowie die Durchleuchtung der finanziellen Aktivitäten. Im mexikanischen Bundesstaat Jalisco fielen bei diesen Tests 900 der insgesamt 24.000 Ordnungshüter durch. Als Konsequenz droht ihnen die Entlassung.

Das nun erschienene Internetvideo spricht gerade diese Polizisten an und verspricht ihnen Gewinne und Ausbildung. Auf nationaler Ebene dehnt sich die potentielle Zielgruppe gar auf 30.000 Beamte aus, die laut der Tests nicht für den Dienst geeignet sind. Das nun zirkulierende Video legt den Finger in die Wunde. Aus Angst, dass gerade diese Personen aus Rache oder auch einfach aus Mangel an Alternativen ihre Dienste kriminellen Gruppen anbieten könnten, stoppten die zuständigen Behörden vorerst die Kündigungswelle.1

Es stellt sich nun die Frage, wie mit den unhaltbar gewordenen Beamten umzugehen ist. Die Angst ist nämlich keinesfalls unbegründet. Das Kartell der sogenannten „Los Zetas“ wurde aus Kreisen ehemaliger Anti-Drogeneinheiten gegründet und breitete sich rasend schnell über die gesamte mexikanische Ostküste von Cancún bis Monterrey aus. Mittlerweile gilt es als eines der gefährlichsten und professionellsten Verbrechersyndikate der mexikanischen Region.2 Auch ranghohe Militärs sind immer wieder in Drogengeschäfte und andere illegale Aktivitäten in der Peripherie der Kartelle verwickelt.3

Wie die Regierung um Felipe Calderón dieses Problem handhaben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht aber, dass die einseitige Fokussierung auf militärische und polizeiliche Kräfte im Kampf gegen die Drogen an Problematik zunimmt. Die Abhängigkeit gegenüber diesen Kräften muss abgebaut und zivile Anti-Drogenprogramme zusätzlich forciert werden. Die Macht der Kartelle fußt teilweise auf der Ohnmacht der mexikanischen Gesellschaft, ihren Bürgern Alternativen4 zu den lukrativen Angeboten der Kriminellen zu vermitteln.

  1. Link zum Artikel von InSight Crime []
  2. Link zum Artikel von CNN []
  3. Link zum Artikel von EarthLink e.V. []
  4. Link zu weiterführenden Artikel von EarthLink e.V. []

Über alex / EarthLink

Student der Politikwissenschaften und der Soziologie an der LMU München. Praktikant bei EarthLink e.V. Isst jeden Tag einen Apfel.
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