World Drug Report – Zahl der Drogenabhängigen in Entwicklungsländern steigt bedenklich

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Am vergangenen Dienstag, dem Welttag gegen Drogenmissbrauch, wurde in New York der World Drug Report (Weltdrogenbericht) der Uno-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) vorgestellt. Dem 100 Seiten umfassenden Bericht zufolge verzeichnet der Drogenkonsum in Entwicklungs- und Schwellenländern eine starke Zunahme, während der Konsum in Industrieländern konstant bleibt. In China finden sich mittlerweile geschätzte 2,4 Millionen Heroinabhängige, in Produktionsländern wie Afghanistan und dem Iran nimmt ihre Anzahl neuerdings ebenfalls zu. Der Missbrauch von exklusiveren Drogen, den ehemals die High-Society der Industrieländer für sich reservierte, hat nun auch in Entwicklungsländern Fuß gefasst. So ist Kokain selbst in West- und Zentralafrika angekommen. Ein vor allem in den USA sich herauskristallisierender Trend stellt der zunehmende Gebrauch synthetischer Drogen dar, da diese einfach herzustellen und oftmals nicht verboten sind. Von Relevanz sind für die Drogenbekämpfer neuerdings auch verschreibungspflichtige Medikamente geworden, da insbesondere Frauen immer häufiger in Abhängigkeit geraten. Nach einer Arzneimittelstudie der Krankenkasse Barmer GEK bekommen Frauen in Deutschland zwei- bis dreimal mehr Psychopharmaka verordnet als Männer.1 Der UNODC-Direktor Juri Fedotow betonte bei seinem Vortrag: „Illegale Drogen verstärken die Kriminalität, untergraben die Menschenrechte und sind ein erhebliches Gesundheitsrisiko.“ Dem schloss sich der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an, welcher auf die äußerst negativen Auswirkungen auf Entwicklung und Stabilität in unserer Welt verwies welche vom Drogenmissbrauch und -handel ausgingen.

 

Zahlen und Fakten des Weltdrogenberichtes:

 

Weltweit sind derzeit insgesamt 27 Millionen Menschen von Drogen abhängig. Die Anzahl der gelegentlichen Konsumenten ist noch einmal um ein zehnfaches höher. 200.000 Drogenabhängigen jährlich kostet ihre Sucht das Leben – Alkohol- und Nikotinabhängige nicht mitgerechnet. Deren Todesraten fallen mit 2,3 Mio. (Alkohol) und 5,1 Mio. (Nikotin) deutlich höher aus. Was die Anbaufläche betrifft, so folgt der Anbau von Coca mit derzeit weltweit 1490 Quadratkilometern direkt hinter Opium (2070km²). Allein in Afghanistan, dem nach wie vor größten Opiumanbaugebiet werden 5800 Tonnen jährlich produziert. Unter den Drogen am meisten verbreitet sind Haschisch, Marihuana, künstliche Chemikalien, Kokain und Heroin. Zu den synthetischen Drogen, welche in der Regel schneller und stärker wirken, gehören beispielsweise Aufputschmittel wie das Amphetamin Ecstasy oder Methamphetamin.23

  1. Krankenkassen-Report von Spiegel-Online []
  2. Link zum Orignal-Artikel vom Spiegel []
  3. Link zum World Drug Report 2012 als pdf []

Über Timo / earthlink

Praktikant bei EarthLink, Student (Philosophie und Politikwissenschaft)
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