Friedenskarawane zieht durch die USA

Bild: © Foto: Zapata (CC) -

Die Bewegung für den Frieden mit Gerechtigkeit und Würde (Movimiento por la Paz con Justicia y Dignidad) hat eine Friedenskarawane (Caravana por la Paz) durch die Vereinigten Staaten organisiert. Gestartet am 11. August in Tijuana/Mexico, wird sie nach einer Reise quer durch das Land am 10. September in Washington D.C. eintreffen.1 Ziel der Bewegung, die im vergangenen Jahr vom Schriftsteller Javier Sicilia gegründet wurde und bereits mehrere Friedenszüge in Mexiko durchgeführt hat2 ,  ist ein Ende der durch den Drogenkrieg hervorgerufenen Gewalt in Mexiko.

Kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen im November verbreiten die knapp 100 Teilnehmer der Friedenskarawane auf ihren über 20 Stationen konkrete Forderungen, die auf eine Änderung der US-Drogenpolitik abzielen. Wie im vergangenen Jahr fungiert Sicilia als Sprecher der Bewegung. Ziel sei eine Legalisierung und damit Regulierung des Drogenmarktes, eine Aufhebung der militärischen Unterstützung Mexikos durch die USA, eine Ende des illegalen Waffenhandels in US-Staaten an der mexikanischen Grenze, ein sicherer Aufenthaltsstatus mexikanischer Gewaltflüchtlinge, sowie die Haftung internationaler Banken, die die Geldwäsche von Drogengeldern abwickeln.3

Bei einer der ersten Stationen in Los Angeles fand die Friedenskarawane Unterstützung bei zahlreichen mexikanischen Berühmtheiten der Filmszene. Es äußerten sich etwa die Regisseure Guillermo del Toro, Alfonso Cuarón und Alejandro Gonzáles Iñárritu, sowie die Schauspieler Kate del Castillo und Diego Luna.4 Del Toro, dessen Vater in der Vergangenheit Opfer einer Entführung wurde, betonte, es sei wichtig zu verstehen, dass sich unter den Toten und Verschwundenen nicht nur Mitglieder der Polizei, der Armee oder Drogendealer befänden, sondern es gäbe unter den Opfern ebenso Architekten, Künstler, Sänger, Ingenieure und Schulkinder.

Javier Sicilia hatte bereits vor dem Aufbruch der Friedenskarawane in einem Blogbeitrag einen emotionalen Aufruf verfasst: “Don’t wait until that pain reaches your intimate lives to hear the cry of those of us who cannot keep from uttering it: do not wait until the senseless death that this war has unleashed reaches your lives like it has reached ours, to know that such death exists and that it must be stopped. This is the moment for us to come together and change this policy of war and rescue peace, life and democracy.”5

Seit dem Amtsantritt von Felipe Calderón im Jahr 2006 sind knapp 50.000 Menschen dem Drogenkrieg zum Opfer gefallen. Die restriktive Drogenpolitik und die liberalen Waffengesetze in den USA sind aus Sicht vieler Menschen für die fortschreitende Eskalation im Drogenkrieg mitverantwortlich. Die US-Waffenbranche profitiert nachweislich vom gewaltsamen Konflikt in Mexiko: Etwa 90% der Waffen stammen aus den USA.6

  1. Homepage ‘Movimiento por la Paz con Justicia y Dignidad’, Spanisch – Seite nicht mehr aufrufbar []
  2. Vgl. unseren Blogbeitrag vom 13. September 2011 []
  3. Artikel in der Badischen Zeitung, „Kartelle in Mexiko: Ist die Legalisierung von Drogen die Lösung?“ und Artikel im Freitag, „Ein zweites Leben“ []
  4. aristegui noticias: Apoyan cineastas y actores Caravana por la paz en EU; zuletzt aufgerufen am 06.10.2016 []
  5. aus: Huffington Post, Blogeintrag Javier Sicilia vom 9. August 2012 []
  6. tagesschau.de, „Wie die US-Waffenbranche vom Drogenkrieg profitiert“ []

Über Andreas / EarthLink

Praktikant bei EarthLink, studiert Geschichte mit Schwerpunkt Lateinamerika an der Universität Münster.
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