Rückgang der Kokainproduktion in Kolumbien

Bild: © Cheeese - Dreamstime

Laut Amerikanischen Behörden haben Bolivien und Peru Kolumbien als größten Kokainproduzenten abgelöst. In Bolivien sollen 2011 rund 265 Tonnen Kokain produziert worden sein, in Peru sogar 325 Tonnen. In Kolumbien waren es dagegen im gleichen Zeitraum nicht einmal 200 Tonnen, im Vergleich zum Vorjahr ist ein Rückgang von 25% zu erkennen.1

Die USA machen für diesen Rückgang zum einen die Stärkung der demokratischen Institutionen und der Strafverfolgung in Kolumbien verantwortlich. Zum anderen wird der Rückgang auch auf den stagnierenden Kokainkonsum in den USA zurückgeführt.

Die Informationen aus den USA widersprechen allerdings den Zahlen, die die UN in der vergangenen Woche veröffentlichte. Die Vereinten Nationen erheben neben den USA als einzige verlässliche Daten zur Kokainproduktion in Kolumbien. Doch während die USA einen starken Rückgang zwischen 2010 und 2011 bescheinigen, lässt sich dieser Trend im Bericht der UN nicht finden. Vielmehr bleibt die Produktion 2011 hier kaum hinter dem Vorjahr zurück.

Laut den USA lässt sich diese Diskrepanz unter anderem darauf zurückführen dass im Bericht der UN nicht berücksichtigt wurde dass die Produktivität der Kokapflanze abgenommen hat und so weniger für Kokain benötigtes Rohmaterial pro Pflanze zur Verfügung steht. Es ist allerdings schwierig die nachzuvollziehen da die USA keine Auskunft über ihre Erhebungsmethoden gibt.2

Ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Kokainproduktion in Kolumbien und dem Anstieg in Peru and Bolivien findet im amerikanischen Bericht ebenfalls keine Erwähnung.

In einem Punkt sind sich allerdings beide Berichte einig: Insgesamt hat sich die Kokainproduktion in den vergangenen 10 Jahren halbiert. Zumindest für Kolumbien ist das eindeutig ein Erfolg.

  1. LA Times – Colombian cocaine contradictions []
  2. Infosur Hoy – Colombia launches new strategy against drug trafficing – Seite nicht mehr verfügbar []

Über lisaK / earthlink

Praktikantin bei EarthLink / Studiert Politikwissenschaft und VWL an der LMU München
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