„Show of Forces“ gegen illegalen Drogenhandel – Operation Ágata geht in die nächste Runde

Bild: © n.v. -

Brasilien setzt seine Operation Ágata seit Montag dieser Woche fort und eröffnet somit Runde 5 der seit 2007 bestehenden Militärkooperation1 mit zivilen Kräften, um organisierter Kriminalität und dem südamerikanischen Drogenhandel Einhalt zu gebieten. Dabei werden zwischen 90002 und 10.0003 Soldaten aus allen Teilstreitkräften eingesetzt. Beteiligt an diesem „Manöver“ sind sowohl Infanterie, schwere Lufteinheiten als auch Teile der Marine  sowie zivile Kräfte und Organisationen.

Die umfangreiche Operation in den Grenzgebieten Richtung Paraguay, Argentinien und Uruguay wird knapp einen Monat lang andauern. Der Grenzschutz des wirtschaftlich aufstrebenden Staates Brasilien hat oberste Priorität, so die Präsidentin Rousseff.3 Frühere Missionen haben gezeigt, dass die enorme Militärpräsenz durchaus einen Einfluss auf die schwer zu erreichenden Drogenflüsse in das Land haben kann. Der Preis von Kokain steigerte sich zeitweise um immerhin 60%, ein Indiz dafür, dass sich die Händler das erhöhte Risiko auszahlen lassen oder der Kokainstrom möglicherweise verebbt.4

Das Vorgehen der Brasilianer stößt durchaus auch auf Kritik. Angrenzende Nationen befürchten eine Belastung der gemeinsamen wirtschaftlichen Beziehungen insgesamt. Die verstärkte militärische Präsenz der Brasilianer wurde jedoch vorab angekündigt und den Anrainern angeboten Beaobachtungsmissionen durchzuführen.

Große Mengen an Kokain gelangen aus den Anbauländern Peru, Bolivien und Kolumbien über Transitländer wie Brasilien nach Westafrika und weiter Richtung Europa oder nördlich gen Nordamerika.5 Die Nationen, die als Zwischenstops für den weltweiten Drogenhandel herhalten, unterliegen dabei jedoch staatszersetzenden Einflüssen – zunehmende Korruption, Kriminalität und nicht selten werden Transitländer selber zu großen Abnehmern der gehandelten Rauschmittel.6

Brasilien versucht, gemeinsam mit den USA, in ein enges Kooperationsverhältnis mit den besagten Anbauländern zu treten. Hierfür wurde dieses Jahr eine gegenseitige Absichtserklärung unterzeichnet, die den Boliviern Unterstützungen zusagt, um den ausstrahlenden Einfluss des Drogenhandels auf die Nachbarstaaten zu vermindern.7

  1. MercoPress – Brazil Begins Major Military Exercise To Test Security along Southern Borders []
  2. latina press – Brasilien entsendet 9.000 Soldaten an die Grenze zu Paraguay, Uruguay und Argentinien []
  3. InSight Crime – Brazil Sends 10,000 Troops to Southwest Borders [] []
  4. CNN – Brazil sends troops to border to fight crime []
  5. Drogen Macht Welt Schmerz – Handel von Kokain und Crack []
  6. The New York Times – U.S. Drug War Expands to Africa, a Newer Hub for Cartels []
  7. latina press – Bolivien: Anti-Drogen-Deal mit USA und Brasilien []

Über oliver / Earthlink

ehem. Praktikant bei Earthlink, Student der UniBw München - Neubiberg, Staats- und Sozialwissenschaften (Internationales Recht und Politik), Leutnant zur See, Marineoffizier
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