Drogenhandel und Drogensucht in Tansania

Tanzania flag

Bild: © Foto: Stefano C. Manservisi (CC BY-NC-ND 2.0) -

Beim jährlichen Treffen der »Southern African Regional Police Chiefs Cooperation Organization« (SARPCCO) berieten während der vergangenen Woche in Sansibar Mitglieder der Organisation über die Sicherheitslage im südlichen Afrika.1 Zu den Problemen der Region gehören unter anderem Korruption, Polizeigewalt, Terrorismus, illegale Migration, Geldwäsche, sowie Waffen- und Drogenhandel. Die SARPCCO wurde im Jahr 1996 von der »Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft« (Southern African Development Community, SADC) begründet. Ziel ist es innerhalb der Mitgliedsstaaten der SADC die Kooperation polizeilicher Angelegenheiten zu stärken und gemeinsame Ziele zur Kriminalitätsprävention zu vereinbaren.

In Tansania, einem von 15 Mitgliedsstaaten der SADC, wurden in den letzten sechs Monaten 267 Kilogramm Kokain und Heroin beschlagnahmt. Mohamed Gharib Bilal, Vizepräsident Tansanias, äußerte sich besorgt. Drogen und Drogenhandel würden eine ernsthafte Gefahr für den globalen Frieden und das menschliche Wohlergehen darstellen. Man müsse die Kräfte in der Region bündeln, um dazu beizutragen die Welt vor dieser zunehmenden Bedrohung zu befreien. In den vergangenen drei Jahren wurden schätzungsweise über tausend Hektar an illegalen Cannabisfeldern in Tansania vernichtet, sowie mehrere zehntausend Kilogramm an Drogen, insbesondere Kokain, Heroin, Haschisch und Khatblätter, beschlagnahmt.2 In Tansania sind Anbau, Verkauf und Konsum von Drogen untersagt. Zwischen 2005 und 2010 sind 211 Tansanier im Ausland und über 30.000 im Inland im Zusammenhang mit Drogenhandel festgenommen worden.

Durch Ostafrika verlaufen wichtige Transitrouten des internationalen Drogenhandels.3 Neben Tansania sind unter anderem auch die Staaten Eritrea, Somalia, Äthiopien, Kenia und Madagaskar betroffen. Aus Ost- und Südostasien wird beispielsweise Heroin via Ostafrika nach Westeuropa und in die Vereinigten Staaten geschmuggelt. Durch den wachsenden Einfluss westafrikanischer Drogensyndikate gelangt zudem immer mehr Kokain in die ostafrikanischen Staaten, entweder zum Weitertransport oder immer häufiger auch für den Verkauf vor Ort.

Wie der Minister für Gesundheit und soziale Fürsorge Tansanias kürzlich bekannt gab, leben im Land rund 25.000 Heroinabhängige. (( Janii Forums: Tanzania home to 25000 heroin addicts; Stand: 20.9.2016 )) Nicht mit einberechnet ist bislang Sansibar, da hier keine verlässlichen Zahlen vorliegen. Der Minister vermutet aber, dass mindestens 7% der circa 1,1 Millionen Einwohner heroinabhängig sind. Eine in Folie verpackte Dosis ist auf der Straße schon für 3$ zu bekommen. Wie Studien belegt haben, geht das Problem der Drogenabhängigkeit häufig einher mit einer HIV-Erkrankung. So sollen 45% der Männer und 72% der Frauen, die sich Heroin mittels Spritzen injizieren, HIV-positiv sein. Insgesamt lebten in Tansania im Jahr 2009 rund 1,4 Millionen Menschen mit HIV/Aids.4

  1. allAfrica.com, Englisch, “Southern Africa: Is Crime Declining in SADC Countries?”, zuletzt abgerufen am 12.09.2012. – Link nicht mehr abrufbar: 16.10.2014 []
  2. Tansania Information 11/2010, „Zum Drogenkonsum“, S. 10, zuletzt abgerufen am 13.09.2012 und Tansania Information 08/2011, „Drogen-Anbau, -Konsum und Handel“, S. 3, zuletzt abgerufen am 13.09.2012. []
  3. UNODC, Englisch, „Drug Trafficking Patterns to and from Eastern Africa”, zuletzt abgerufen am 12.09.2012. []
  4. CIA, Englisch, „The World Factbook – Tanzania”, zuletzt abgerufen am 12.09.2012. []

Über Andreas / EarthLink

Praktikant bei EarthLink, studiert Geschichte mit Schwerpunkt Lateinamerika an der Universität Münster.
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