Erste Ergebnisse der Friedensverhandlungen zwischen der FARC und der Regierung

Die Politikwissenschaft-Studenten der Javeriana Universität in Bogota haben ihre Bücher geschlossen und beobachten gebannt den Fernsehen. Sie verfolgen gerade die Presse Mitteilung der FARC Rebellen und der Regierung über die Ergebnisse der ersten Verhandlungsetappen.

Am Freitagmorgen hatte der Sprecher der FARC, Ivan Marquez, eine sehr emotionale Rede gehalten, die den Plan der Regierung der FARC Land zurückzugeben nur als Falle darstellte.1 Die Regierung reagierte daraufhin mit einer Stellungnahme von Präsident Juan Manuel Santos, in der er bekräftigte, dass er den Plan Familien, die unter der Gewalt und dem Krieg gelitten haben, unterstützen werde und zu 100 Prozent dahinter stehe. Santos überging jedoch die Aussage der FARC, dass sie von der Regierung kaum Aufmerksamkeit erhalte und nur als eine Guerilla Gruppe gesehen werde. Santos erwähnt zudem noch, dass er das Gefühl hat, die Gespräche würden in eine positive Richtung verlaufen. Es wäre fabelhaft für sein Volk, wenn die Kämpfe ein Ende finden und man einen Kompromiss finden würde. Wenn es jedoch keine Einigung gibt, hat man dem Land nichts Schlimmes getan, denn Reden koste nichts, so Santos. Er sagte zudem, dass beide Parteien wissen, wo die Probleme liegen und dass man über genau diese reden müsse und eine Einigung erzielen sollte. Zudem hat er sich in seiner Rede erneut darauf bezogen, dass der Prozess des Friedens sich zwar dynamisch, effektiv entwickeln solle, man jedoch auch realistisch bleiben müsse. So setzt er einen Zeitpunkt in acht bis zehn Monaten oder im schlimmsten Fall in einem Jahr an, in dem der Krieg beendet sein soll und Frieden im Land herrschen soll.

Der arabische Nachrichtensender Aljazeera hat zu den Verhandlungen eine Reihe junger Stundenten befragt, um ihre Sicht zu der aktuellen Lage zu erhalten. Die jungen Menschen sind schließlich mit nichts anderem als dem Krieg zwischen der Regierung und der FARC aufgewachsen. Die Meinungen der jungen Akademiker sind sehr gespalten. Einige halten die Verhandlungen für Zeitverschwendung, andere wiederum sehen darin eine Chance für eine bessere Zukunft. Was jedoch einstimmig bei allen Stundenten herauskommt, ist der Wunsch, dass die Verhandlungen etwas verändern können. Sie erwähnen alle die Rede von Ivan Marquez und halten seine aufgezählten Punkte für äußerst wichtig. Er hat das Problem der sozialen Ungleichheit angesprochen, welches in Kolumbien in keinerlei Art von Medien besprochen wird, noch nicht mal von der Regierung.2

Als Ergebnis dieser Befragung kann man nennen, dass die jüngere Generation in Kolumbien weniger frustriert wirkt von bereits gescheiterten Friedensversuchen als die ältere. Sie ist noch dynamischer und hoffnungsvoller.

Die Stundenten der Universität wissen, dass egal was bei den Verhandlungen rauskommt, sie diejenigen sind, die mit den Ergebnissen leben müssen. Ein junger Student sagt zu Aljazeera, dass es im Moment in Kolumbien historische Zeiten sein, Zeiten des Umbruchs.3

  1.  FARC criticize land restitution because it weakens propaganda: Santos – UNHCR []
  2. Prensa Latina News – Kolumbiens Präsident steht dem Frieden im Land optimistisch gegenüber []
  3. Aljazeera-Optimismus gegenüber den Friedensverhandlungen []

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