Friedensgespräche zwischen FARC und Kolumbiens Regierung beginnen

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Die Augen Kolumbiens werden sich heute auf Oslo richten: Denn dort begannen heute endlich die lange geplanten Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla. Diese waren bereits für Anfang Oktober vorgesehen gewesen, verzögerten sich aber immer wieder. Jetzt scheinen aber beide Parteien bereit zu sein, die Verhandlungen zu beginnen. Gestern wurde nun auch bestätigt, dass sich die Verhandlungsführer der FARC im Flugzeug auf dem Weg nach Norwegen befänden.1 Auch beim zweiten Versuch lief nicht alles glatt, so verzögerte sich die Reise der FARC-Abgesandten in Kuba, weil es Probleme mit der Aufhebung internationaler Haftbefehle einiger Delegationsmitglieder gab.2

Nun haben aber die Verhandlungen zumindest begonnen, am Donnerstag sollen dann erste Ergebnisse verkündet werden, anschließend werden die Gespräche, die inoffiziell bereits seit mehr als einem halben Jahr geführt werden, in Kuba fortgesetzt. Kubanische Diplomaten und das norwegische Außenministerium sind bei den Verhandlungen als Vermittler mit dabei. Ergebnisse kann man morgen wohl noch nicht erwarten, die Gespräche sind vielmehr ein offizieller Auftakt. Auch in Kolumbien selber sind die Erwartungen eher gedämpft, aktuell sind die Auswirkungen des Konflikts im Land zu spüren: Gerade erst kam ein 13-jähriges Mädchen zwischen die Fronten und wurde getötet. Jedes Jahr fallen etwa 3 000 Menschen dem Krieg zum Opfer. Die FARC gründete sich 1964 eigentlich als Reaktion auf die Ungerechtigkeiten gegen die arme Landbevölkerung. Inzwischen ist sie aber tief in den lukrativen Drogenhandel verstrickt und zu einem der mächtigsten Drogenkartelle Lateinamerikas geworden. Vor allem mit den Flügeln der FARC, die in den Drogenhandel involviert sind, wird es schwierig sein, in den Friedensverhandlungen auf einen Kompromiss zu kommen. Doch auch diese müssen einsehen, dass die Gruppierung den Rückhalt in der Bevölkerung längst verloren hat und auch die Militärs besser ausgerüstet sind und immer öfter die Verstecke der Rebellen in den Anden ausfindig machen können.3

So besteht die Hoffnung, dass die Friedensgespräche, anders als die letzten vor zehn Jahren doch zu einem Ergebnis führen und Bedingungen über einen Waffenstillstand ausgehandelt werden können. Die Bestrebungen der FARC, sich wieder auf ihre eigentlichen Wurzeln zurückzubesinnen und die Landvertreibung zugunsten multinationaler Konzerne zu ihrem Thema zu machen, scheint nicht der schlechteste Ansatz auf dem Weg zu Frieden in Kolumbien.

  1. WeltFARC-Delegation in Bogóta zu Friedensgesprächen in Oslo aufgebrochen []
  2. Basler Zeitung – Guerillas der Farc auf dem Weg nach Oslo []
  3. Zeit – Kolumbiens Drogenkrieger suchen die Moral []

Über lisa / earthlink

Praktikantin bei earthlink, studiert Politik- und Kommunikationswissenschaft an der LMU München
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