Heriberto Lazcano ist tot

Bild: © (CC BY-SA 3.0) -

Der Anführer des Drogenkartells „Los Zetas“, Heriberto Lazcano ist tot. Heriberto war einer der meistgesuchten Mexikaner. Sowohl die mexikanische Regierung hatte eine Belohnung auf ihn ausgesetzt (2,6 Millionen US-Dollar), als auch die amerikanische in Höhe von fünf Millionen US-Dollar. „El Lazca“, wie Heriberto Lazcano auch genannt wurde, saß in einem Provinzstadion und schaute sich ein Baseballspiel an. Zuschauer der Partie riefen angeblich die Polizei, als sie den weißen Ford Ranger entdeckten. Andere sagen, dass eine Marineeinheit zufällig patrouilliert habe. Unabhängig davon, welche Geschichte stimmt, kam es zu einer Schießerei. Lazcano wurde auf der Flucht von sechs Projektilen schweren Kalibers getroffen. Der Präsident Felipe Caldéron verkündete „Erschossen beim Widerstand gegen die Staatsmacht“. Dies sollte der größte Coup seiner Amtszeit werden.1

Doch nun tauchen Gerüchte auf, dass El Lazca noch am Leben sei. Für Verwunderung sorgt nämlich schon die Tatsache, dass Heriberto am Tag seines Todes nur einen Leibwächter bei sich hatte. Hierfür gibt es zwei mögliche Erklärungen: Entweder hatten die Ermittler ihn derart in die Enge getrieben, dass er gezwungen war, auf seinen üblichen Pomp und Begleitertross zu verzichten. Dieser Theorie nach versuchte Lazcano sich durch Unscheinbarkeit zu tarnen. Oder er fühlte sich durch Bestechung hochrangiger Sicherheitsfunktionäre so unangreifbar, dass er glaubte sich völlig sorglos bewegen zu können. Welche Theorie auch immer stimmen mag, wussten die sechs Marinesoldaten gar nicht, welcher Schlag gegen das organisierte Verbrechen ihnen geglückt war, denn sie erkannten ihr Gegenüber nicht. Auch Staatsanwaltschaft und Polizei gingen anfänglich davon aus, es mit zwei „harmlosen“ Drogenmafiosi zu tun zu haben. Deswegen wurde die Leiche von Heriberto Lazcano nach der Autopsie in einem privaten Bestattungsinstitut aufbewahrt. Erst als in der Nacht von Montag auf Dienstag ein bewaffnetes Kommando die Herausgabe des Körpers erzwang, kam der Verdacht auf, es könne sich bei dem nun verschwundenen Toten um einen großen Fisch handeln. Die Auswertung der Fingerabdrücke und eine DNA-Anlayse brachten den Beweis.2

Nun, weiß niemand, wer Schuld am Verschwinden des Leichnams ist. Woher wussten die Gefolgsleute, wo El Lazca war? Für weitere Gerüchte sorgt der Umstand, dass die Leiche zu klein ist. Als Heribertio Lazcano sich mit 18 Jahren als Rekrut meldete, maßen die Ärzte eine Körpergröße von 1,60cm. Der obduzierte Leichnam war jedoch 1,80cm groß. Ein Sprecher der Marine sagte, dass ein solcher Wachstumsschub durchaus möglich sei. Daraufhin beteuern einige Orthopäden, dass ein Wachstumsschub von 20cm nach dem 18. Lebensjahr nicht mehr möglich sei und es auch keinerlei andere Optionen gäbe, den Körper um 20cm zu strecken.3

Sein Tod ist nicht das erste Mysterium. Ein anderer Kapo, Amado Carrillo Fuentes unterzog sich 1996 einer Gesichtsoperation und erlag deren Folgen. Die Leiche Amados tauchte jedoch nie auf und so denken viele Mexikaner, dass er sein Ableben nur vorgetäuscht habe und unter neuem Gesicht und neuer Identität weiterlebt.

Expertenmeinungen zur Folge, hat das Ableben Lazcanons keinerlei Folgen für die Zetas. Denn der als noch skrupelloser bekannte Miguel Ángel Trevino hat bereits das Kommando übernommen.

Die Zetas sind aus einer Spezialeinheit der mexikanischen Streitkräfte entstanden. Ihre Dealer handeln mit Kokain, Menschen und Unternehmen. Die Gewinne werden in den USA gewaschen und global investiert. Mexiko ist das Land mit den zweitgrößten illegalen Finanzströmen. Um genau dieses Geld müsste sich die Regierung von Calderón kümmern. Aber niemand tue etwas. Die politische Klasse lebt glücklich damit und simuliere einen Kampf gegenüber dem organisiertem Verbrechen, so der renommierte Beobachter Eduardo Buscaglia.4

  1. Tagesanzeiger- Der Drogenboss gibt Rästel auf []
  2.   Die ZeitMythos über Lazcanos Leiche []
  3. Abendblatt-Drogenboss getötet []
  4. ORF-Kampf gegen die Drogen in Mexico []

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