FARC und die kolumbianische Regierung nehmen ihre Friedensgespräche wieder auf

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Die FARC und die Regierung setzten am heutigen Tag ihre Friedensgespräche in Havanna fort. Hauptthema wird weiterhin der erste Punkt der „Allgemeinen Vereinbarung über die Beendigung des Konfliktes“ sein: eine umfassende landwirtschaftliche Entwicklungspolitik. Einbezogen werden hierbei die Ergebnisse eines Agrarforums das vom 17. bis 19. Dezember in Bogotá tagte.

Vertreter der UNO und der Universität Bogotá übergaben am vergangenen Mittwoch eine Zusammenfassung der Diskussion und Vorschläge des Forums an die Delegation der FARC in Havanna und an Abgeordnete der Regierung Kolumbiens unter der Leitung Juan Manuel Santos in Bogotá. An dem Agrarforum hatten 1.314 Vertreter von 522 Organisationen aus 32 Verwaltungsbezirken des Landes teilgenommen, darunter auch einige Vertreter der Agrarindustrie. Es wurden 546 Reformvorschläge erarbeitet.

Nicht teilgenommen hat die Fedegan, der Verband der Tierzüchter, obwohl dieser einer der Hauptverantwortlichen des Konflikts ist. In Kolumbien werden 38,6 Millionen Hektar für die Viehzucht eingesetzt. Rund 52% der Ackerfläche sind in der Hand von 1,5% der Großgrundbesitzer. Der Präsident der Fedegan, José Felix Lafaurie, bezeichnete das Agrarforum als unnütz. Verhandlungen über die Landfrage kommen für ihn nicht in Frage. Die FARC sei alleine für die Zerstörung auf dem Land verantwortlich, so Lafaurie. Unterstützung bei dem Boykott erhielt die Fedegan vom ehemaligen Präsidenten Uribe. Ihm und vielen Viehzüchtern werden Verbindungen zu den Paramilitärs nachgesagt. Der amtierende Präsident Santos kritisierte die Entscheidung als „irrational“, denn schließlich seien die Viehzüchter auch von den Kämpfen betroffen.

Nach Auffassung der FARC zeigen die Schlussfolgerungen des Forums, dass die Bevölkerung eine umfassende Agrarreform für dringend erachte. Die Agrarreform soll die Strukturen des Großgrundbesitzes beenden. Diese Struktur sei als Hauptursache des Elends in Kolumbien auszumachen.

In ihrer Stellungnahme sagt die FARC zudem, dass eine umfassende Bürgerbeteiligung etabliert werden müsse und das Agrarforum ein Bogotá ein guter Anfang sei.1

Des Weiteren verlängerte die FARC, den zweimonatigen, am 19 November erklärten Waffenstillstand nicht. Die FARC hatte zu Beginn der Gespräche angekündigt bis zum 20. Januar 2013 keine „offensiven, militärischen Operationen“ durchzuführen. Eine Verlängerung dieses Waffenstillstands wäre nur im Rahmen eines bilateralen Waffenstillstands möglich. Die Regierung betonte jedoch mehrfach, dass sie diesen ablehne. Präsident Santos erklärte bereits des Öfteren, dass die Militäroperationen gegen die Guerillas bis zu einem Abschluss eines Friedensabkommens fortgesetzt werden und ein Waffenstillstand nicht in Frage komme.2

  1. Latina 21 – FARC und Regierung setzen Friedensgespräch fort []
  2. Latina 21 – Keine Verlängerung des Friedens []

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