Puerto Rico: Gouverneur setzt Nationalgarde im Kampf gegen Drogenschmuggel ein

Bild: © n.v. -

Nur zwei Tage nach seiner Ernennung begann Alejandro García Padilla, neuer Gouverneur von Puerto Rico, mit drastischen Maßnahmen: So aktivierte er gleich als erste Amtshandlung die Nationalgarde, um dem ausufernden Drogen- und Waffenschmuggel Herr zu werden. Bereits vor einem Jahr hatte er im Wahlkampf diese Maßnahme angekündigt. So soll die Nationalgarde vor allem an See- und Flughäfen aktiv sein, um den Verkauf von Rauschmitteln und illegalen Waffen einzudämmen.1

Puerto Rico liegt in der Karibik, die schon seit längerer Zeit als Transitregion gilt, gilt jedoch rechtlich als sogenannter Außenstaat der Vereinigten Staaten und wird manchmal auch dessen „dritte Grenze“ genannt. Besonders jetzt, wo der Kampf gegen Drogenhandel in Mexiko tobt, werden Karibikstaaten immer mehr zu Durchgangsstaaten für Kokain aus Südamerika, welches schließlich in den Vereinigten Staaten oder in Europa landet. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass bis zu 80% der durch Puerto Rico geschafften Drogen letztlich in die USA eingeführt werden.

So verwundert es nicht, dass der Luis Muñoz Marín International Airport von den USA als „bedeutendes Tor für Kokain und Heroin“ bezeichnet wird. Das liegt auch daran, dass Passagiere, welche in die Vereinigten Staaten wollen, nicht vom Zoll kontrolliert werden. Ebenso kristallisiert sich mittlerweile heraus, dass immer mehr Rauschgift, versteckt in Frachtcontainern, Fischerbooten oder Yachten, per Seeweg nach Puerto Rico gebracht wird.2

Längst hat sich der Drogenhandel so als wichtiger Wirtschaftszweig etabliert – Schätzungen zufolge macht er 20% des Bruttoinlandproduktes aus.1 Auch die Sicherheitslage hat sich dramatisch verschlechtert. Alleine im Jahr 2011 wurde ein unrühmlicher Rekordwert von über 1.100 Morden festgestellt – man vermutet, dass etwa 70% dieser Verbrechen von Drogenbanden verursacht werden. Mittlerweile ist die puertoricanische Mordrate sechs Mal höher als die auf dem amerikanischen Festland.3 So kommt man auf eine Zahl von 26 Ermordeten pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Mexiko liegt diese bei 18 Getöteten pro 100.000 Bewohner.

Der Einsatz der Nationalgarde ist also bitter nötig. Es wird allerdings auch an die Vereinigten Staaten appelliert, Maßnahmen einzuleiten. So sagt Pedro Pierluisi, Kommissar auf Puerto Rico: „Sie können die Flanke in Puerto Rico nicht ignorieren.“4

  1. Puerto Rico Governor Activates The National Guard To Fight Drug Trafficking And Crime – Huffington Post – Englisch [] []
  2. Puerto Rico: A forgotten front in America’s drug war? – CNN Online – Englisch []
  3. Puerto Rico, Drug Corridor to the Mainland United States – Fox News – Englisch []
  4. Drug trafficking: Puerto Rico’s gov’t asks US to react – Voxxi.com – nicht mehr verfügbar []
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