Studien zur Auswirkung von Gewalt in Lateinamerika

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Die inter-amerikanische Entwicklungsbank (IDB) hat erstmalig versucht, die Kosten von Gewalt in Lateinamerika und der Karibik zu berechnen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Dazu wurden insgesamt acht Studien in Auftrag gegeben, die Kriminalität, Gesundheit und Wirtschaftsstatistiken betrachten. So stellten die Forscher fest, dass Gewalt in Brasilien dazu führe, dass die Bevölkerung über 13 Milliarden US-Dollar für Schutzmaßnahmen gegen Gewalt ausgebe. Zu den Kosten gehören beispielsweise gestiegene Preise für Immobilien, die Schutz vor der Gewalt versprechen. Der Hauptautor der Studie, David Vetter, führt weiter aus, dass die Zahl der Opfer von Gewalt mittlerweile weit hinter der Zahl an Menschen zurück läge, die in Angst vor Gewalt lebten. Gewalt sei laut IDB auch das Hauptanliegen im täglichen Leben der Bevölkerung in der gesamten Region, noch vor Arbeitslosigkeit und Gesundheit. Ein Großteil der Gewalt in Lateinamerika und der Karibik lässt sich dabei auf den Drogenhandel zurückführen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Drogenkriminalität sind bisweilen dramatisch. So stellten die Forscher in einer anderen Studie fest, dass die wirtschaftliche Entwicklung von mexikanischen Gemeinden mit hoher Gewalt durch Drogenhandel im Durchschnitt 6,8% hinter weniger stark betroffenen Gemeinden liegt. Als Indikator für Wirtschaftswachstum zogen sie den Verbrauch von Elektrizität in den Jahren 2006-10 heran. Eine andere Studie zeigte den Zusammenhang zwischen Mordraten und Preisverfall von Immobilien in Mexiko: eine um 1% gestiegene Mordrate bedeutete einen Wertverfall von 1,8%. Und in Uruguay belaufen sich die zusätzlichen Belastungen des Staatshaushaltes durch Gewalt auf $1,2 pro Jahr, was 3,1 % des BIP ausmacht.

 

Link zum Artikel auf www.reuters.com

Über philip / earthlink

Meinem Bachelorstudium der Politikwissenschaft mit Nebenfach Geschichte an der LMU München habe ich im Januar 2013 abgeschlossen. Bei EarthLink kümmerte ich mich um Recherche zu den aktuellen Projekten, Qualitätssicherung und die Erweiterung des Wikis
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