300.000 Kinder und Frauen in Afghanistan nehmen Opium

Schlafmohn

Bild: © pavot [gemeinfrei] - Wikimedia Commons

Erschreckende Nachrichten erreichen uns aus Afghanistan. Das von Bürgerkrieg gebeutelte Land ist der weltgrößte Opium-Exporteur. Aber auch 1,3 der 30 Millionen Afghanen sind opiumabhängig. Noch schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass es immer mehr Frauen und sogar Kinder werden. So sollen Schätzungen zufolge 300.000 Frauen und Kinder dem Opium verfallen sein.

Als Gründe für den Konsum von Opium werden Armut und Arbeitslosigkeit angegeben. Mütter, deren Kinder schwere Schmerzen haben, können sich oftmals die teuren Schmerzmittel nicht leisten und greifen daher zum billigen Ersatz: dem schmerzstillendem Opium. Es gibt sogar Berichte, wonach Teppichknüpferinnen, die ihre Kinder während der Arbeit bei sich haben müssen, diese mit Opium „ruhig stellen“.

Kopfschütteln erregt auch die Geschichte von Sohayla. Das Mädchen ist eine Waise und wurde von ihrer Großmutter aufgezogen. Oft, wenn Sohayla krank wurde, gab ihre Großmutter ihr Opium. Selbst als sie noch ein Baby war verabreichte sie ihr die Droge, damit das Mädchen nicht quengelte. Das 9- Jährige Mädchen wurde von Ärzten in eine Entziehungsklinik gebracht.

Sohayla erging es, gemessen an ihrer schrecklichen Lebenssituation, noch relativ „gut“, in einem Land das bitter arm ist. Viele Kinder, die drogenabhängig werden, schließen sich Kinderbanden an und versuchen durch betteln oder stehlen an Geld zu gelangen. Dieses Geld geben sie dann ihrem „Chef“ und dieser versorgt die Kinder dann wiederum mit Opium.

Kein Happy End, jedoch trotzdem eine erfreuliche Nachricht: den Kindern und Frauen gelingt es nach einer Entzugsbehandlung viel häufiger als den Männern, auch suchtfrei zu bleiben.123

 

  1. DW – Hunderttausende Kinder hängen am Opium []
  2. Focus – Mit Opium den Schmerz betäuben []
  3. Mehr Hilfe für Drogenabhängige in Afghanistan []

Über Sebastian1 / earthlink

Ich studiere im 3. Semester Politikwissenschaft und Geschichte an der LMU. Meine Tätigkeiten sind Recherche zu Kinderarbeit und Drogenpolitik. Des Weiteren helfe ich die Daten auf der Internetseite zu aktualisieren.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.