Costa Rica – Mexikanische Kartelle exportieren ihre Drogengeschäfte nach Zentralamerika

Bild: © n.v. -

Es ist der 26. Februar 2013: Mauricio Boraschi, nationaler Drogenbeauftragter Costa Ricas, berichtet davon, wie costaricanische und US-amerikanische Beamte über tausend Kilogramm Kokain auf zwei Schnellbooten nahe der karibischen Küste konfiszierten. Die Schmuggler, darunter Costa-Ricaner, Mexikaner und Kolumbianer, wurden auf frischer Tat ertappt und sofort in Gewahrsam genommen. Boraschi führt den Erfolg auf die enge Zusammenarbeit mit den USA zurück, die Costa Rica mit dem notwendigen Equipment ausstatten. Über 18,4 Millionen U.S. Dollar haben die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr in den costaricanischen Sicherheitssektor investiert – darunter fallen neben speziellen Radargeräten auch professionelle Ausbildungsprogamme für die Polizei.12

Schon in den ersten Monaten diesen Jahres hat die costaricanische Polizei fünf Tonnen Kokain beschlagnahmt. Vergangenes Jahr waren es insgesamt 15,5 Tonnen – doppelt so viel wie im Jahr 2011 – mit einem Marktwert von über zwei Milliarden U.S. Dollar. Der Drogenschmuggel via Zentralamerika, insbesondere Costa Rica, nimmt demnach über die Jahre hinweg zu. Auch Honduras, El Salvador und Guatemala sind betroffen. Grund dafür sind die sich seit den 2000ern verändernden Strukturen im Drogenhandel. Vor allem die Schwächung der kolumbianischen Kartelle sowie MexikosWar on Drugs“ verleiten die Drogenbanden dazu, ihre Aktivitäten auf die amerikanische Landenge zu verlagern. Laura Chinchilla, die Präsidentin Costa Ricas, sieht vor allem in der geographischen Lage Costa Ricas das Problem. Denn 90% des Kokains, welches in Südamerika produziert wird und für den Schwarzmarkt in den USA bestimmt ist, passiert in der Regel Zentralamerika.3 Costa Rica ist dabei zu einer Basis für die Zwischenlagerung und Neuverpackung von Drogen geworden. Ermittlungen zufolge sollen mexikanische Kartelle, die mit den „Los Zetas“ – einer der brutalsten paramilitärischen Vereinigung Mexikos – verbündet sind, in den zentralamerikanischen Drogenschmuggel involviert sein.4

Auch der Fall Nicaraguas, von dem wir am 12. März berichteten, bestätigt die Vermutung, dass der Export krimineller Kräfte aus Mexiko floriert. Hier wurde vor kurzem ein Drogenring zerschlagen, der von dem Mexikaner Martin Flores – einem Verbündeten der „Los Zetas“ – geleitet wurde.

Das US-Außenministerium  sieht das Problem der steigenden Rauschgiftkriminalität Costa Ricas in der „komplizierten Bürokratie“ des Landes. Deshalb fordert die USA Gesetze, die solche kriminellen Gruppierungen stärker in das Visier nehmen.5 Unterdessen kündigten Mexiko und Costa Rica eine intensivere Zusammenarbeit im „Kampf gegen die Drogen“ an.6

 

  1. Costa Rica and U.S. make huge drug bust – INSIDE COSTARICA – aufgerufen am 14.03.13 []
  2. Suspected drug traffickers turned to Costa Rican authorities –TicoTimes – Link nicht mehr abrufbar – 23.01.14 []
  3. Cocaine Traffickers Target Costa Rica – The Wall Street Journal – aufgerufen am 14.03.13 []
  4. Costa Rica and USA Continue to Ramp up Efforts on the War on Drugs – The Costa Rica News – aufgerufen am 14.03.13 []
  5. Cocaine Traffickers Target Costa Rica – The Wall Street Journal– aufgerufen am 14.03.13 []
  6. Will Mexico export its drug war? – TicoTimes – Link nicht mehr abrufbar – 23.01.14 []

Über Laura G. / earthlink

Ich studiere im 6. Semester Politikwissenschaft und Soziologie an der LMU München. Zu meinem Aufgabenbereich bei earthlink e.V. gehört unter anderem das Verfassen von Blogbeiträgen sowie das Recherchieren von Hintergrundinformationen zu den Themen Kinderarbeit und Drogenpolitk.
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.