Russland und Nicaragua zerschlagen Drogenring

Wie Viktor Iwanow, Chef des Föderalen Dienstes für Drogenkontrolle, mitteilte, gelang es Russland in Zusammenarbeit mit Nicaragua, Anfang März diesen Jahres einen Drogenring zu zerschlagen. „Mit unserer Informations- und technischen Unterstützung gelang es, ein großes Drogenkartell unschädlich zu machen, das vom Mexikaner Martin Flores, der für das mexikanische Drogenkartell Los Zetas arbeitete, geleitet wurde. Eben dieses Kartell hat enge Beziehungen mit europäischen Verbrechern bei der Kokainlieferung, nicht nur nach Europa, sondern auch nach Russland hergestellt“, so Iwanow.1 So gelang es, 40 Personen festzunehmen und 1,2 Tonnen Kokain zu beschlagnahmen.2 Ebenso wurde angedeutet, das Kartell habe Verbindungen zu Henry Farinas, einem Geschäftsmann aus Nicaragua, welcher wegen Drogenschmuggel und Geldwäsche zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde.3

Bereits im Februar 2012 hatten die beiden Länder per Abkommen vereinbart, enger bei der Drogenbekämpfung zusammenzuarbeiten. Dies beinhaltet gegenseitigen Informationsaustausch, die Etablierung eines Drogenbekämpfungszentrums in Nicaraguas Hauptstadt Managua und das Durchführen von gemeinsamen Einsätzen gegen Rauschgiftbanden.4 In diesem Zusammenhang wurden auch mehrere russische Polizeibeamte nach Russland entsandt.2 Ebenso lieferte Russland im Anschluss massenhaft Waffen nach Nicaragua. So sollten die hiesigen Polizeieinheiten mit speziellen Uniformen und Waffen ausgestattet werden – dies beinhaltet z.B. auch Hubschrauber.5 Bereits im Jahre 2011 hatte Russland Nicaragua 26,5 Millionen US-Dollar an militärischer Hilfe zukommen lassen.2

Hintergrund ist die immer größere Rolle Nicaraguas als Transitland. Alleine zwischen 2005 und 2012 wurden 40 Millionen US-Dollar an Drogengeldern beschlagnahmt.6 Ebenso finden 80% des Kokains, welches die Vereingten Staaten erreicht, ihren Weg über Nicaragua.7 Doch auch Europa gerät immer mehr in den Fokus des südamerikanischen Drogenhandels, was größtenteils an der dramatisch steigenden Kokainnachfrage liegt. Der Einfluss mexikanischer Kartelle in Europa wird als steigend beschrieben.8 Russland scheint dabei ein eher peripheries Destinationsland zu sein. Kokain wird in Russland aufgrund des dort hohen Preises hauptsächlich von gehobeneren Schichten in Moskau, St. Petersburg und anderen Großstädten konsumiert. Lediglich 3% der nach Russland exportierten Drogen sind Kokainprodukte – dennoch ist der Trend steigend, der Kokainexport nach Russland stieg 2012 um mehr als ein Viertel.9

Diesem Trend wollte Russland durch die Kooperation mit mittelamerikanischen Ländern wie Nicaragua vorbeugen. Mit der Zerschlagung des Drogenrings ist nun ein erster Schritt in diese Richtung getan.

  1. Russland und Nicaragua machen großes Drogenkartell unschädlich – Ria Novosti – aufgerufen am 12.03.2013 []
  2. Russia, Nicaragua bust drug cartel – Sputnik – aufgerufen am 12.03.2013 [] [] []
  3. Nicaragua, Russia Break Up Drug-Trafficking Ring – Radio Free Europe – Radio Liberty – aufgerufen am 12.03.2013 []
  4. Russia, Nicaragua Agree to Fight Drug Trafficking – Ria Novosti – aufgerufen am 12.03.2013 []
  5. Russia to supply helicopters to Nicaraguan anti-drug police – The Voice of Russia – aufgerufen am 12.03.2013 []
  6. Nicaragua’s Drug Trafficking Role Grows – Huffington Post – nicht mehr verfügbar []
  7. ‚Zetas‘ Network Trafficked Drugs from Nicaragua to Europe, Russia – InsightCrime – aufgerufen am 12.03.2013 []
  8. Mexican Cartels Expanding Influence in Europe: Europol – InsightCrime – aufgerufem am 12.03.2013 []
  9. Russia offers Latin America to combat drugs together – Prawda – aufgerufen am 12.03.2013 []
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.