Russland und Peru vereinbaren engere Kooperation im Kampf gegen Drogenhandel

Bild: © Public Domain - Wikimedia Commons

Denkt man an Kokain, so fällt einem meistens das als „Narco-Paradies“ verrufene Kolumbien ein. Was dabei jedoch nicht berücksichtigt wird: Längst hat sich mit Peru ein weiterer Drogen-Gigant entwickelt. Alleine zwischen 2006 und 2010 stieg die Anbaufläche für die Kokapflanze, aus der das Kokain hergestellt wird, um mehr als ein Drittel und übersteigt damit die Anbauflächen von Bolivien, dem drittgrößten Produzenten in diesem Sektor, etwa um ein Doppeltes. Mittlerweile gehen manche gar davon aus, dass Peru Kolumbien als größten Kokainversorger abgelöst hat!1

Geliefert wird die kostbare Ware immer noch häufig in die Vereinigten Staaten, immer öfter aber auch nach Europa. Und auch Russland ist dann nicht mehr fern. Zwar kämpft man dort immer noch primär mit dem exzessiven Heroinkonsum im Lande, welcher durch die geographische Lage zum Opium-Krösus Afghanistan angetrieben wird2, doch auch Kokain aus Südamerika gerät immer mehr in den Fokus der russischen Behörden.

In diesem Zusammenhang verwundert es nicht, dass Peru und Russland nun beschlossen haben, ihre Kooperation im Kampf gegen den florierenden Drogenhandel zu intensivieren. Dieses Vorhaben wurde durch die Unterzeichung einer gemeinsamen Vereinbarung durch Viktor Iwanow, dem Vorsitzenden der russischen Drogenkontrollbehörde, und Carmen Masias, der Präsidentin der DEVIDA, einer nationalen Rauschgiftkommission, schriftlich fixiert. Peru wird hiermit russische Hilfe bei der Ausbildung von speziell geschulten Fahndern sowie ein Austausch von Technolgien zur besseren Überwachung von Straßen und Seewegen garantiert. Ebenso soll der bilaterale Austausch von Informationen und die Überwachung der Lage in beiden Ländern verstärkt werden.3

Iwanow lobte hierbei ausdrücklich die bereits existierenden Bemühungen der peruanischen Regierungen unter Präsident Ollanta Humala, fügte jedoch an, dass die Bekämpfung der Kriminalität alleine den Drogenhandel nicht eindämmen könne. Umso glücklicher ist Iwanow deswegen ob des Abkommens: „Das ist der Höhepunkt dessen, was unsere beiden Länder im letzten Jahr vereinbart hatten.“4 Bereits damals hatten die beiden Länder einander engere Verbindungen im Kampf gegen den Drogenhandel zugesagt. Auch auf peruanischer Seite war die Freude groß. So verwies Masias auf die fruchtbaren Beziehungen zwischen Peru und Russland, welche durch die Vereinbarung noch enger werde.

All dies verwundert nicht, hatten die beiden Länder bereits in der Vergangenheit oftmals zusammengearbeitet. Schon 2010 hatte Peru acht speziell ausgerüstete russische Hubschrauber für stolze 250 Millionen US-Dollar erworben, um die Drogenkriminalität zu bekämpfen.5 Zwei Jahre später wurde die Flotte durch vier Helikopter des Typs Mi-25 verstärkt.6 Im gleichen Jahr hatte Russland auch an einer Anti-Drogen-Konferenz in Peru teilgenommen7 und ein gemeinsames Trainingprogramm für Einsatzkräfte, welche gegen Rauschgiftkartelle operieren, initiiert.8

Passend dazu ist Iwanows Besuch in Peru noch nicht beendet: Vor seiner Abreise plant er, ein Schulungsprogramm mit der dortigen Anti-Drogen-Behörde durchzuführen.

  1. Eyes on Peru, World’s New Top Cocaine Supplier – Latino News – nicht mehr verfügbar []
  2. Drogensucht in Russland: „Tragödie mit apokalyptischem Ausmaß“ – Drogen Macht Welt Schmerz – aufgerufen am 19.03.2013 []
  3. Peru, Russia agree to strengthen anti-drug trafficking cooperation – Andina – aufgerufen am 19.03.2013 []
  4. Peru, Russia Ink Anti-Drug Accord – High Beam – aufgerufen am 19.03.2013 []
  5. Peru to buy eight Russian helicopters for anti-drug efforts – Ria Novosti – aufgerufen am 19.03.2013 []
  6. Peru Gets Upgraded Mi-25 Gunships to Boost Drug Fight – sputniknews – aufgerufen am 21.10.2016 []
  7. Russia to attend anti-drug meeting in Peru – Andina – aufgerufen am 19.03.2013 []
  8. Peru, Russia to Launch Anti-drug Training Program – Andina – aufgerufen am 19.03.2013 []
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