Kenianischer Präsident fordert: „Wir müssen den Drogenhandel beenden!“

Flag of Kenya

Bild: © Public Domain - Wikimedia Commons

Im Rahmen einer Konferenz einer nationalen Kampagne gegen Alkohol- und Rauschgiftmissbrauch hat Präsident Uhuru Kenyatta klar Position im Kampf gegen den Drogenhandel bezogen. Demzufolge sei die Zeit des Redens und Debattierens, ohne Vorschläge tatsächlich umzusetzen, vorbei. Entscheidende Maßnahmen müssten getroffen werden, bevor die Situation außer Kontrolle gerate. Und das unverzüglich. „In drei Monaten will ich mich mit jedem von euch zusammensetzen und wissen, was ihr in den einzelnen Regionen gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch unternommen habt“, kündigte Kenyatta, und fügte drohend an: „Eure Arbeitsplätze werden davon abhängig sein, was ihr erreicht. Nur so können wir etwas bewegen.“1

Auch erste Schritte wurden bereits eingeleitet. So veranlasste Kenyatta die Verhaftung und Ausweisung aller Ausländer, die unter Verdacht stünden, beim Drogenhandel mitzuwirken. Bereits letzte Woche waren so mindestens 20 Menschen aus Sierra Leone, Nigeria, Ghana und der Republik Kongo des Landes verwiesen worden. Gleichzeitig wies Kenyatta die Polizei an, die bestehenden Gesetze konsequenter und härter anzuwenden.1

Ebenso wandte sich der Staatspräsident gegen die grassierende Korruption. „Bestechung […] ist im Aufwind und ein zentrales Hindernis für unseren Fortschritt und muss in Schach gehalten werden“, betonte Kenyatta.2

Bereits seit Jahren ist Kenia, besonders die Hafenstadt Mombasa, zu einem wichtigen Umschlagpunkt für Drogenhändler geworden. Besonders die weitreichende Korruption, besonders unterhalb der Polizeikräfte, verhindert eine effektive Strafverfolgung der zahlreichen Drogenkuriere.3 Kenia wird von südostasiatischen Banden als Transitland für Heroinlieferungen nach Nordamerika und Europa missbraucht. Gleichzeitig werden große Mengen der Drogen Methaqualon von Indien über Kenia nach Südafrika gebracht.4

Inwiefern die Worte Kenyattas ernst gemeint sind und welche Wirkung sie haben werden, kann sich erst in einigen Monaten oder gar Jahren zeigen. Leichte Skepsis ist zumindest angebracht, da Kenyatta selbst eine undurchsichtige und unrühmliche Vergangenheit aufweist. Ab 09. Juli dieses Jahres beginnt beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ein Prozess gegen Kenyatta ob seiner Verwicklungen in den blutigen, ethnischen Konflikt von 2007.5

  1. We must end drug trade, Uhuru Kenyatta says – Standard Digital – aufgerufen am 13.06.2013 [] []
  2. President Uhuru Kenyatta warns corrupt civil servants – Standard Digital – aufgerufen am 13.06.2013 []
  3. Traffickers' drugs haven in Kenya – BBC – aufgerufen am 13.06.2013 []
  4. Kenya Illicit drugs – IndexMundi – aufgerufen am 13.06.2013 []
  5. Den Haag vertagt Prozess gegen Kenyatta – N-TV – aufgerufen am 13.06.2013 []
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