Pazifikinseln begegnen Drogenhandel: Seminar in Fidschi geht zu Ende

Flag of Fiji

Bild: © Public Domain - Wikimedia Commons

Fidschi ist ein kleiner Inselstaat mitten im Pazifik, etwa so groß wie Sachsen und von nur knapp 800.000 Personen bewohnt. Die Anzahl an Personen in Deutschland, denen dieses Sandkorn auf der Weltkarte geläufig ist, dürfte nicht viel größer sein.

Doch selbst Länder von solch überschaubarer Größe werden von Drogen und den damit verbundenen Problemen heimgesucht. Zum ersten Mal zeigte sich dies im Jahre 2004, als die fidschianische Polizei im Zuge mehrerer Razzien in Lagerhäusern ein Drogenlabor und eine unvorstellbar große Menge an Rauschgift entdeckte. Ihr Straßenwert wurde auf über 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Das Labor war dazu bestimmt, Metamphetamine herzustellen. Knapp 500 Kilogramm hätten dort wöchentlich produziert werden können – damit war sie die größte Drogenfabrik, die jemals auf der südlichen Erdhalbkugel entdeckt worden war.1

Auch seit diesem Zwischenfall gab es immer wieder drogenbedingte Festnahmen und Beschlagnahmungen, ebenso wurde von gelegentlicher Marihuana-Kultivierung berichtet. Deswegen fand am 10. Juni ein Seminar, veranstaltet durch neuseeländische Behörden, in Suva, der Hauptstadt Fidschis, statt. Auch Offizielle aus Papua-Neuguinea und Tonga nahmen daran teil. Neben einer generellen Darstellung der Lage in den einzelnen Ländern stand auch die Weiterbildung der Teilnehmenden auf der Agenda. Besonders über die verschiedenen Methoden, Drogen unerkannt über den Pazifik zu schmuggeln, wurde informiert.2

Auch wurde die Notwendigkeit einer gemeinsamen Kooperation der Pazifikstaaten betont. Besonders der regelmäßige Informationsaustausch sei essentiell.3 Das zeigte sich auch beim Fall von 2004 – damals waren die Untersuchungen gemeinsam von australischen, neuseeländischen und fidschianischen Ermittlern vorgenommen worden.

Aufgrund der geographischen Lage sind Pazifikinseln als Transitpunkte besonders attraktiv, um Drogen nach Australien oder Neuseeland zu schmuggeln. Täglich sollen circa 5000 Boote im Pazifik fahren – viele von ihnen zum Rauschgifttransport bestimmt. Die Vielzahl an unbewohnten Inseln oder Atollen bietet optimalen Unterschlupf. Besonders der Schmuggel von Kokain ist beliebt, meist sind asiatische Banden beteiligt.4

Im Zuge des Drogenhandels ist auch ein Anstieg der Süchtigen zu verzeichnen.

  1. Fiji police in record drugs haul – BBC – aufgerufen am 11.06.2013 []
  2. Fighting the drug trade – Fiji Times; Link nicht mehr abrufbar – 11.05.2018 []
  3. Call for unity to combat drug trade – Fiji Times;  Link nicht mehr abrufbar – 11.05.2018 []
  4. Drug and Alcohol Use in Fiji: A Review – Pacific Health Dialog March 2011 – aufgerufen am 11.06.2013 []
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