Bilanz des ersten Halbjahres 2013: Mexiko zerstört knapp 100 illegale Landebahnen

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Wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte, gelang es den Behörden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 exakt 92 illegale Landebahnen, welche von Drogenbanden genutzt werden, zu zerstören. Was sich auf den ersten Blick nach einer respektablen Zahl anhört, ist in Wirklichkeit die Manifestation eines sich schon seit Jahren abzeichnenden Trends. Würde man die Anzahl der dichtgemachten Landebahnen auf das gesamte Jahr hochrechnen, so käme man auf eine Menge von unter 200.
Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es noch 880. Seitdem sank diese Zahl kontinuierlich auf zuletzt 344 im Jahr 2012.1
Dieser Niedergang ist jedoch nicht automatisch mit einer sinkenden Effektivität oder verminderten Anstrengungen der mexikanischen Behörden gleichzusetzen. Vielmehr ist die Schrumpfung auch darin begründet, dass die Anzahl an noch existierenden Landebahnen so weit gesunken ist, da nicht mehr so viele von ihnen entdeckt werden können.

Versteckte, oftmals an obskuren Orten angelegte Landebahnen für Kleinflugzeuge sind ein probates Mittel für Drogenbanden, um das produzierte Kokain abzuladen. Aufgrund der hohen Anzahl an ländlichen Gebieten und der oftmals nur sporadisch vorhandenen staatlichen Präsenz bleiben viele von ihnen unentdeckt.2 Im Falle Mexikos können diese dann, wenn sie nicht für den heimischen Markt gebraucht werden, in die Vereinigten Staaten weitergeschmuggelt werden – eine weitaus sichere Methode als der direkte Transport in die USA.3

Es verwundert daher nicht, dass die Vereinigten Staaten ihrem Nachbarland finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe haben zukommen lassen, um Schmuggelflüge zu unterbinden. Tatsächlich scheint sich ein gewisser Erfolg eingestellt zu haben: Zwar gelangen noch immer vereinzelt Drogen über den Luftweg nach Mexiko, besonders durch neuartige Ultraleichtflugzeuge, welche selbst per Radar schwer zu entdecken sind und nur Landebahnen mit einer Länge von weniger als 100 Metern benötigen. Die durch solche Luftfahrzeuge ausgeführten Transporte sollen sich 2011 gar schon verdoppelt haben4, weswegen die Vereinigten Staaten bereits 100 Millionen US-Dollar für ein neu entwickeltes Detektionssystem zur Verfügung gestellt hatten.5

Dennoch scheinen die Drogenkartelle ihre Methode mittlerweile angepasst zu haben und andere Länder in Zentralamerika anzuvisieren – vorzugsweise Guatemala und Honduras. Von dort aus wird die Ware dann via Luft- und Seeweg weitertransportiert.6

Dass es Mexiko also anscheinend allmählich gelingt, Schmuggelflüge aus dem eigenen Land fernzuhalten, ist auf jeden Fall sehr positiv zu werten. An der generellen Lage dürfte es jedoch wenig ändern, verschiebt sich das Problem doch einfach in andere zentralamerikanische Länder.

  1. Mexico Destroys 92 Illegal Landing Strips So Far in 2013InSight Crime – aufgerufen am 24.07.2013 []
  2. Mexico Destroyed 4,000 Narco-Airstrips Since 2006 – InSight Crime – aufgerufen am 24.07.2013 []
  3. Six Strategy Principles of A World-Leading Drug Lord – Forbes – aufgerufen am 24.07.2013 []
  4. Sheriff’s office keeps tab on ultralite smuggling (4 a.m.) – Las Cruces Sun-News – nicht mehr verfügbar []
  5. DHS Seeks to Detect Ultralight Aircrafts Used by Drug Traffickers – Borderland Beat – aufgerufen am 24.07.2013 []
  6. Mexico Destroys 92 Illegal Landing Strips So Far in 2013 – InSight Crime – aufgerufen am 24.07.2013 []
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