Erkenntnisse des Weltdrogenberichts 2013 – Teil 3: Weltweiter Drogenkonsum

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Nachdem wir uns im ersten Teil mit den Veränderungen hinsichtlich der Drogenproduktion und im zweiten Teil mit den neuen Trends im Drogenschmuggel befasst hatten, werden wir nun die Entwicklungen im Drogenkonsum beleuchten.

Generell ist ein nahezu gleich bleibendes Bild zu beobachten. Der Anteil an Drogensüchtigen blieb quasi identisch, während der Anteil an Drogenkonsumenten leicht stieg. Dies ist jedoch hauptsächlich auf die wachsende Weltbevölkerung zurückzuführen.

Untersucht man die Ergebnisse hinsichtlich der verschiedenen Drogenarten, so ergibt sich ein differenzierteres Bild:

Kokain

  • 17,6 Millionen Menschen auf der Erde konsumieren Kokain. Veränderungen im Vergleich zu vorherigen Jahren sind geringfügig.
  • Der Kokainkonsum in den USA sank seit 2006 um 40%. Auch in Europa, dem anderen Hauptmarkt, ist eine rückläufige Entwicklung zu beobachten.
  • In Afrika und Asien stieg der Verbrauch dagegen an. In Südamerika blieb der Konsum stabil, während in Brasilien jedoch ein großer Sprung nach oben registriert wurde. Auch in Australien ist der Kokainkonsum im Steigen.

Opium

  • Weltweit gibt es 16,5 Millionen Konsumenten von Opiaten. Prozentual ausgedrückt sind dies 0,4% der relevanten Bevölkerungsgruppe (15-64 Jahre).
  • Während der Konsum in Asien sowie Zentral- und Westafrika anstieg, ist er in Europa im Sinken.
  • Der Heroinkonsum in Westasien, besonders im Mittleren Osten, im Iran und in Pakistan – kurz: in der Region um Opiumkrösus Afghanistan – ist weiterhin hoch und weltweit führend.

Cannabis

  • Cannabis bleibt mit Abstand die meistkonsumierte Drogen der Welt. 180,6 Millionen Menschen (3,9% aller Personen zwischen 15 und 64 Jahren) hatten im Vorjahr eine Hanfdroge zu sich genommen. Das bedeutet einen leichten Anstieg gegenüber 2009.
  • Prozentual gesehen ist Afrika Spitzenreiter im Konsum, gefolgt von Ozeanien und Nordamerika.
  • Während der Konsum in den Industrienationen in Nordamerika bzw. West- und Zentraleuropa stabil bleibt oder gar leicht sinkt, legen die Konsumzahlen in Afrika und Asien nahe, dass das dortige Marktpotenzial allmählich erschlossen wird.

Amphetamine

  • Geschätzte 33,8 Millionen Menschen haben vergangenes Jahr Amphetamine produziert, das entspricht einem Anteil von 0,7% aller Personen zwischen 15 und 64 Jahren.
  • Diese Zahl wächst in den meisten Regionen stetig an, besonders in Asien und Afrika, während sie in Nordamerika und Ozeanien stabil bleibt.
  • Der Konsum von Ecstasy (19,4 Millionen Konsumenten) ging dagegen leicht zurück. Lediglich in Europa wurde ein Anstieg vermeldet.

Von Belang sind auch die Entwicklungen in Bezug auf Krankheiten, welche häufig durch Drogenkonsum entstehen.

HIV/AIDS und Hepatitis

  • Knapp 14 Millionen Menschen weltweit injizieren sich Drogen – unglaubliche 1,6 Millionen davon sind HIV-positiv. Das entspricht einem Anteil von mehr als einem Neuntel. Afrika und Asien sind immer noch am meisten davon betroffen.
  • 2008 lag diese Zahl jedoch noch bei etwa 3 Millionen (knapp 19% aller Konsumenten, welche sich Drogen injizieren). Die deutliche Verbesserung ist vor allem auf die höhere Verfügbarkeit von Informationen zu HIV und AIDS zurückzuführen.
  • In Europa stieg der Anteil jedoch leicht.
  • Mehr als die Hälfte aller Menschen, welche sich Drogen injizieren, leiden an Hepatitis C – die Schätzungen gehen von 7,2 Millionen aus.
  • Am höchsten ist die Hepatitis-Rate in (Süd-) Ostasien, (Süd-) Osteuropa und Nordamerika.
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