Mexiko: Drogenboss Treviño gefasst

Erfolg im Kampf gegen die mexikanischen Drogenkartelle: Mexikanische Marinesoldaten fassten den berüchtigten Drogenboss des Zeta-Kartells Miguel Ángel Treviño zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern im Bundesstaat Tamaulipas in der Nähe der US-amerikanischen Grenze am Montag dieser Woche. Zur Rolle der USA bei dessen Ergreifung wollte sich die mexikanische Regierung nicht äußern. Treviño ist seit 2012 Anführer der Zetas, die für ihre Grausamkeit im mexikanischen Drogenkrieg bekannt sind. Auf seinen Kopf hatte die USA fünf Millionen Dollar ausgesetzt.1 Ihm werden unter anderem Drogenhandel, Mord, Folter, unerlaubter Waffenbesitz und sowie Verbindungen zu Entführungen und Ermordungen von Migranten vorgeworfen.2

Die neue Regierung unter Präsident Nieto sagte 2012 dem Drogenhandel in Mexiko den Kampf an. Nieto möchte die Polizei besser ausbilden, sie vergrößern und die Armee unter zivile Leitung stellen. Einen Waffenstillstand oder einen Pakt zwischen Regierung und Kartellen lehnt er ab.3 Jedoch blieb seine Strategie ohne nennenswerte Erfolge – bis jetzt. Treviños Verhaftung und weniger Tote im Drogenkrieg sollen die Wirksamkeit der Strategie beweisen.

Ob die Strategie der neuen Regierung tatsächlich fruchtet und den Drogenkrieg beenden kann, ist jedoch fraglich: Da ist zum einen Treviño selbst. Ihm könnte sein Bruder Omar folgen. Setzt sich dieser nicht durch, wäre ein Machtkampf in dem Kartell oder dessen weitere Fragmentierung möglich. Andere Drogenkartelle könnten von dieser Machtverschiebung profitieren.21

Zum Anderen stellt sich die Frage, wie weit das Netz der Kartelle reicht. Ihre Mitglieder rekrutieren sich oft (wie auch Treviño selbst) aus Militär oder Polizei.4 Den mexikanischen Behörden, insbesondere der örtlichen Polizei, wird die Zusammenarbeit mit Drogenkartellen nachgesagt. Selbst Mexikos ehemaliger Präsident Calderón5 wie auch Präsident Nieto sollen darin verstrickt sein.6

Die Zeit wird zeigen, ob die Gewalt in Mexiko verringert werden kann. Es obliegt der neuen Regierung, ihre korrupten Mitglieder zu zügeln und die Macht der Kartelle zu bremsen. Die aggressive Bekämpfung der Drogenkartelle reicht bei weitem nicht: Die Kartelle schmuggeln nicht nur Drogen, sondern stellen einen festen Bestandteil des Lebens in Mexiko dar.7 Das hat Präsident Nieto bereits selbst erkannt und soziale und wirtschaftliche Programme zur Lösung des mexikanischen Drogenproblems angekündigt.8

  1. Drug Kingpin Is Captured in Mexico Near Border – New York Times – Englisch – zuletzt aufgerufen am 16.7.2013 [] []
  2. Mexico arrests Zetas cartel leader – Guardian – Englisch – zuletzt aufgerufen am 16.7.2013 [] []
  3. „Kein Pakt mit den Drogenkartellen“ – FAZ – zuletzt aufgerufen am 16.7.2013 []
  4. Wikipedia Mexican Drug War – Wikipedia – Englisch – zuletzt aufgerufen am 17.7.2013 []
  5. ‚La Barbie‘ Accuses Calderon of Narco-PactInSight Crime – Englisch – zuletzt aufgerufen am 16.7.2013 []
  6. Capo’s Claims Threaten Case Against Mexican Generals – InSight Crime – Englisch – zuletzt aufgerufen am 16.7.2013 []
  7. Violence and Drug-Trafficking in Mexico – Words without Borders – Englisch – zuletzt aufgerufen am 17.7.2013 []
  8. A grisly crime surges into spotlight as Mexico shifts drug war strategy – CNN – Englisch – zuletzt aufgerufen am 17.7.2013 []
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