Peru: 3000 kg Drogen verbrannt!

Bild: © n.v. -

In Peru konnte vor wenigen Tagen im Bereich der Drogenbekämpfung ein zumindest medienwirksamer Erfolg verbucht werden. So wurden mehr als 3000 kg Drogen, die lediglich innerhalb eines Monats beschlagnahmt wurden, verbrannt. Neben Opium und Marihuana wurde im Zuge der bereits dritten Großaktion in diesem Jahr vor allem Kokain konfisziert.1

Auch wenn im internationalen Kampf gegen die Kokainproduktion das Hauptaugenmerk weiterhin auf Kolumbien liegt, muss darauf hingewiesen werden, dass Peru Kolumbien im Bereich des Koka-Anbaus schon fast eingeholt hat, während Peru im Hinblick auf die in den Handel gelangte Menge an Kokain Kolumbien bereits den Rang abgelaufen hat.2 Diese Entwicklung wird auch noch weiter beschleunigt, da peruanisches Kokain aus noch nicht endgültig geklärten Gründen deutlich günstiger zu haben ist als kolumbianisches oder bolivianisches Kokain.3

In Anbetracht der bereits dritten erfolgreichen Großaktion in Peru alleine in diesem Jahr ist es kaum zu glauben, dass die Drogenbekämpfung ineffektiver ist als in Kolumbien. Neben den zum Teil korrupten Institutionen erschwert vor allem die dezentrale Kokainproduktion den Behörden eine wirksamere Drogenbekämpfung. So müssen Alternativen für die in Eigenregie kokainproduzierenden Kleinbauern gefunden werden. Weil deren Anbaugebiete teilweise in nicht erschlossenen Gegenden liegen, ist der Umstieg auf Produkte wie Kakao ohne Aufbau einer Infrastruktur nicht möglich. 4 Und selbst wenn dieser radikale und teure Kraftakt gelingt, schwenken die Bauern aufgrund deutlich höherer Gewinnmargen zügig wieder zum Koka-Anbau um. Dazu verkompliziert die historische Bedeutung der Kokapflanze für die Inkas die Bekämpfung des Anbaus eben dieser Pflanze. So gilt das Kokablatt sogar als Identitätssymbol der andinen Kultur. Peru muss all diesen Einzelproblemen schnellstens erfolgreich begegnen, um nicht als „failed state“ zu enden.5

  1. 3000 kg Drogen vernichtet – WELT – nicht mehr verfügbar []
  2. Kampf gegen Drogenwirtschaft – NZZ – aufgerufen am 24.07.13 []
  3. Peruvian cocaine best value – Insight Crime – aufgerufen am 24.07.13 []
  4. Kampf gegen Drogenwirtschaft – NZZ – aufgerufen am 24.07.13 []
  5. Risiko in Peru – KAS Auslandsinformationen – aufgerufen am 24.07.13 []

Über Johannes / earthlink

Ich absolviere derzeit ein zweimonatiges Praktikum bei earthlink. Ansonsten studiere ich den B.A. Staatswissenschaften in Passau.
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