Philippinen und Nigeria vereinbaren Kooperation im Anti-Drogen-Kampf

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Auf der einen Seite die Philippinen – südostasiatischer, im Pazifik gelegener Inselstaat -, auf der anderen Seite Nigeria – mitten im Herzen Westafrikas gelegen. Knapp 12.000 Kilometer liegen zwischen den beiden Ländern, und auch sonst scheint kaum eine wirkliche Verbindung zu herrschen.

Zumindest in Hinsicht auf den internationalen Drogenschmuggel stellt sich diese Annahme jedoch als falsch heraus – meinen auch Olugbenga Ashiru und Albert del Rosario, jeweilige Außenminister der beiden genannten Länder. Deswegen vereinbarten die beiden bei einem zweitägigen Besuch Olugbengas in Philippinens Hauptstadt Manila – beide Länder pflegen enge wirtschaftliche Kontakte – enge Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Rauschgifthandel. „Wir müssen kooperieren, um den illegalen Handel zu unterbinden. […] Wir müssen zusammenarbeiten, um die illegalen Aktivitäten zu stoppen“, ließ Ashiru auch gleich verlautbaren. Bei bloßen Worten soll es nicht bleiben: So wurde ein weiteres Zusammentreffen, eigens für den Anti-Drogen-Kampf, für Ende 2013 anberaumt.1

Schon seit Längerem ist eine verstärkte Präsenz nigerianischer Banden im südostasiatischen Pazifikraum bemerkbar. Das zeigte eindrucksvoll die Causa Samuel Egbo, einer der führenden Köpfe des westafrikanischen Drogenkartells, welches nicht nur auf den Philippinen, sondern auch in China, Thailand, Malaysia, Singapur und Australien operiert, und gezielt versucht, Einheimische als Drogenkuriere zu rekrutieren.2 Üppige Lohnzahlungen zwischen 3.000 und 4.000 US-Dollar sind dann für viele Verlockung genug. Fehlt es an hiesigen Schmugglern, steht eine Vielzahl an nigerianischen Schmugglern bereit, wie sich in den letzten Jahren signifikant häufende Festnahmen belegen.3

So hat sich ein profitabler Absatzmarkt gebildet, schon jahrelang befindet sich der Drogenkonsum auf den Philippinen im Steigflug. 1,7 Millionen Süchtige sollen es mittlerweile sein, die am weitesten verbreiteten Drogen sind Metamphetamine.4 Dies liegt auch an dem steten Nachschub aus Nigeria. Obwohl dort eigentlich, wie in den meisten afrikanischen Staaten, der Anbau von Cannabis präferiert wird, haben viele Banden mittlerweile auch auf härtere Drogen umgestattelt. Angetrieben von dem aus Südamerika stammenden Rauschgift, welches Nigerias Status als Transitland wohlwollend ausnutzt und die Ware nach Europa weiterverschickt, haben sich genügend Strukturen gebildet, um selbst zum Produktionsland zu mutieren. Besonders beliebt sind Metamphetamine, Hauptdestinationsort derer ist – wie könnte es anders sein – der asiatische Markt.5

  1. PHL, Nigeria discuss cooperation vs drug trafficking – GMA News – aufgerufen am 31.07.2013 []
  2. Nigerian ‘Drug Gang Recruiter’ Held in Philippines – BALITA Filipino News– aufgerufen am 31.07.2013 []
  3. s. z.B. hier, hier oder hier []
  4. Drogenschmuggel auf den Philippinen wächst – Drogen Macht Welt Schmerz – aufgerufen am 31.07.2013 []
  5. Nigeria – an der Schwelle zum Drogenkartell – Drogen Macht Welt Schmerz – aufgerufen am 31.07.2013 []
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