Erschreckend: Kampf gegen Drogen scheint aussichtslos

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Informierte Beobachter fürchteten es schon lange, nun bestätigt eine neue Studie in der Fachzeitschrift British Medical Journal den Verdacht: der weltweite Kampf gegen Kokain, Heroin und Cannabis sowie die Drogenkartelle scheint aussichtslos zu sein.1

Nach den Erkenntnissen des kanadischen Forscherteams ist der nun über 40 Jahre andauernde Krieg gegen die Drogen nutzlos, getroffene Maßnahmen zeigen keine gewünschten Erfolge. Die Forscher untersuchten dazu sieben staatliche Programme, welche über viele Jahre die Entwicklungen auf dem globalen Drogenmarkt verfolgten.2

Im Jahr 1972 rief der damals amtierende amerikanische Präsident Nixon den Krieg gegen die Drogen aus. Weltweit wurde den Drogenkartellen und Drogenproduzenten der Kampf angesagt. Die gesetzliche Lage sowie die Strafverfolgung bei Drogenmissbrauch wurden in den letzten Jahren immer weiter verschärft, die Beschlagnahmungen sowie großangelegte Razzien nahmen ebenfalls zu.

10.000e Menschen verloren in Lateinarmerika bereits ihr Leben in Zusammenhang mit Drogenkartellen und Kämpfen. Besonders in Südamerika zählen manche Gebiete zu den gefährlichsten Gegenden weltweit und weisen die höchste Mordrate auf. Allein in Nordmexiko wurden in den letzten sechs Jahren 70.000 Menschen tödliche Opfer des Drogenkrieges.3 Doch alle Bemühungen scheinen vergeblich gewesen zu sein: Die Forscher kommen in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass der globale Drogenmarkt durch die Strafverfolgungsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte weder eingedämmt, noch reguliert werden konnte. Kokain, Cannabis und Heroin waren noch nie so preiswert und qualitativ hochwertig wie zurzeit. Auch die globale Versorgung und Auslieferung von Drogen hat in den letzten Jahren trotz erfolgreicher Schläge gegen bekannte Drogenkartelle nicht abgenommen. Offenbar hat der Krieg gegen die Drogen keines seiner Ziele erreicht.3

Sind die Ergebnisse dieser Studie der letzte Anstoß, der das Rad auf dem Weg zur Legalisierung von Drogen ins Rollen bringt? Besonders in nord- und südamerikanischen Staaten polarisiert diese Diskussion. Die Überlegung, Drogen teilweise zu entkriminalisieren und ihren Verkauf unter staatliche Aufsicht zu stellen, wird schon länger diskutiert. Durch eine staatliche Vermarktung und Kontrolle könnte der Drogenkriminalität teilweise der Boden entzogen werden und die Kriminalitätsrate würde vermutlich sinken. Vor diesem Hintergrund sollten aber nicht die generellen Nachteile des Drogenkonsums, wie gesundheitliche Risiken und ökologische Schäden in der Landwirtschaft, vergessen werden, die auch bei einer Legalisierung weiterhin auftreten.

  1. BMJ Open: The Temporal relationship between drug supply indicators – abgefragt 02.10.2013 []
  2. Spiegel: Heroin, Kokain, Cannabis: Forscher erklären Kampf gegen Drogen für gescheitert – abgefragt: 02.10.2013 []
  3. Süddeutsche Zeitung: Krieg gegen die Drogen geht verloren – abgerufen 02.10.2013 [] []

Über angela / earthlink

Ich bin 21 Jahre alt und studiere im 5. Semester Politik- und Rechtswissenschaft an der LMU München. Ich plane nach meinem Studium im entwicklungspolitischen Bereich zu arbeiten, weswegen ich aktuelle ein 6-wöchiges Praktikum bei earthlink absolviere.
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