Baldiger NATO-Abzug in Afghanistan – Und die Drogenwirtschaft boomt!

Der Drogenanbau in Afghanistan boomt. 209 000 Hektar Schlafmohn wurden in diesem Jahr angebaut, eine Fläche, fast so groß wie das Saarland. Um 36 Prozent ist der Anbau verglichen zu letztem Jahr gestiegen. Die Produktion hat um 49 Prozent zugelegt. Afghanistan übernimmt somit 80 Prozent der weltweiten Opiumproduktion.1

Der Weltmarktpreis ist hoch: 145 Dollar für ein Kilogramm. Die Zukunft in Afghanistan ist ungewiss. Ende 2014 ziehen die Nato- Kampftruppen ab, Wahlen stehen bevor und keine andere Pflanze ist so rentabel. 950 Millionen Dollar brachte das Geschäft mit dem Mohn dieses Jahr ein.1 „Die Armeen haben schon mit dem Rückzug begonnen. Arbeiter und Übersetzer verlieren ihre Jobs, die Ausgaben im Land fehlen. Und auch die Entwicklungshilfe geht zurück – die amerikanische Regierungsorganisation USAid zahlte 2010/2011 noch etwa 4,5 Milliarden Dollar, aktuell sind es 1,8 Milliarden.“, erklärt Experte Thomas Ruttig. Die Bauern versuchen nun so viel Geld wie möglich zu verdienen und sich somit abzusichern.2

Doris Buddenberg, die bis 2010 bei UNODC für Afghanistan zuständig war, sagt: „Wenn man wirklich etwas gegen die Drogenindustrie tun wollte, dann müsste man ganz grundlegend bei der Entwicklung des Landes anfangen, Infrastruktur, Jobs, Rechtsstaat.“ (( Welt: Afghanistan erntet mehr Opium als je zuvor – abgerufen am 14.11.2013 ))

Der Druck zur Bekämpfung des Drogenanbaus ist außerdem stark zurückgegangen. 24 Prozent weniger Mohnpflanzen wurden in diesem Jahr vernichtet.2

Die Situation in Afghanistan sollte sich zudem auch nach 2014 nicht verbessern. Der Drogenhandel wird Korruption und gewaltsame Verteilungskämpfe begünstigen.3

 

  1. Spiegel: Afghanistan produziert so viel Opium wie nie – abgerufen am 14.11.2013 [] []
  2. Welt: Afghanistan erntet mehr Opium als je zuvor – abgerufen am 14.11.2013 [] []
  3. Welt: Afghanistan erntet mehr Opium als je zuvor – abgerufen am 14.11.2013 []

Über inka / earthlink

Ich studiere zur Zeit Ethnologie und Kultur/Sozialanthropologie an der Philippsuni in Marburg. Jetzt mache ich ein 6-wöchiges Praktikum hier bei Earthlink um mal einen Einblick in die journalistische Entwicklungszusammenarbeit und das harte Berufsleben zu bekommen.
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