Afghanistans Drogenproblem – Mit Entzugsklinken gegen die Sucht

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Seit nun mehr als 13 Jahren versucht die internationale Gemeinschaft das von Krieg und Armut geschundene Afghanistan wiederaufzubauen. Teil der vornehmlich gegen den internationalen Terrorismus gewidmeten Aktion ist auch die Zurückdrängung der afghanischen Schlafmohnfelder, aus deren Saft Opium gewonnen werden kann, das zur Herstellung des vornehmlich in der westlichen Welt nachgefragten Heroins benötigt wird. Doch trotz der langjährigen Präsenz der internationalen Schutztruppe fällt die Bilanz der Schlafmohnbekämpfung ernüchternd aus. 209.000 Hektar Schlafmohn wurden im letzten Jahr angebaut, eine Fläche fast so groß wie das Saarland. Um 36 Prozent ist der Anbau verglichen zu 2012 gestiegen und die Produktion hat um 49 Prozent zugelegt. Wie wir bereits berichteten boomt die afghanische Drogenindustrie wie noch nie zuvor. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) schätzt, dass Afghanistan mehr als 80% des weltweit benötigten Opiums exportiert.1

Doch nicht der gesamte Bestand der Opiumproduktion wird exportiert. Schätzungen der UNODC zu Folge sind über 1 Millionen der 35 Millionen Afghanen drogenabhängig. Es wird angenommen, dass die Hälfte der aktiven Taliban-Kämpfer opiumabhängig ist. Und das obwohl der Konsum jeglicher Rauschmittel durch islamisches Recht, für dessen strikte Anwendung sie sich einsetzten, verboten ist. Drogenkonsumenten werden aufgrund der vorherrschenden sozialen Normen ausgegrenzt und stigmatisiert. Die große Gefahr an der afghanischen Drogenproblematik ist die Tatsache, dass nicht einmal 10% der Süchtigen Zugang zu Drogenentzugskliniken haben. Doch es gibt eine Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das afghanische Drogenproblem zu lösen: die Welfare Association for the Development of Afghanistan (WADAN). Die  WADAN unterhält Drogenentzugskliniken in allen 34 Provinzen Afghanistans. Dort werden abhängige Männer und Frauen in getrennten Einrichtungen einem 45-tätigen Entzugsprogramm unterzogen. Auch viele Kinder werden im Rahmen dieser Drogentherapie behandelt. Aufgrund der hohen Verfügbarkeit von Opium, gepaart mit einer weitreichenden Unwissenheit der Eltern, werden afghanische Kinder bei gesundheitlichen Beschwerden, wie Erkältungen oder Bauchschmerzen, häufig mit Opium behandelt. Dies führt aufgrund des hohen Suchtpotenzials der Droge schnell zu einer Abhängigkeit der Kinder. Aufgrund der hohen Verfügbarkeit des Schlafmohns und der grassierenden Armut, die sich mit einer Arbeitslosenquote jenseits der 40% gut veranschaulichen lässt, ist es wichtig, dass Organisationen wie die WADAN das Drogenproblem in Afghanistan offensiv bekämpfen.2 3

  1. Baldiger NATO – Abzug in Afghanistan – Und die Drogenwirtschaft boomt! []
  2. New Afghan Rehab Centers Emerging for Entire Populations []
  3. Afghan rehab centers aim to get women, children — and even Taliban — off of opium []

Über timothy / earthlink

ich bin 21 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft B.A. an der Universität Mannheim. Aufgrund meines großen entwicklungspolitischen Interesses habe ich mich dazu entschieden ein Praktikum bei Earthlink e.V. zu beginnen.
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