Drogen in China

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In den letzten beiden Jahrzehnten hat Chinas Drogenmarkt immer weiter expandiert. Zum einem in Hinblick auf das eigene Konsumverhalten. Zum anderem in seiner Bedeutung als Transitstaat und als Quelle für Ausgangsstoffe zur Produktion chemischer Drogen.1

Lange hatten Drogenkonsum und Missbrauch keine besondere Bedeutung in der chinesischen Gesellschaft. Opium etwa wurde, historisch gesehen, unter Zwang ins Land eingeführt. Die europäischen Staaten hatten Interesse an chinesischen Rohstoffen, aber keine reizvollen Handelsprodukte. Deswegen kam die Idee auf, Opium nach China zu schiffen und damit Abhängigkeiten zu schaffen. Nur wollte China das Opium der Europäer nicht haben, was 1839 im Opiumkrieg endete.2

Nach dem Aufkommen des Kolonialismus in China im Jahre 1949 galt das Land später lange Zeit als relativ drogenfrei.3 Mit gelockerter Grenzpolitik, ansteigendem Wohlstand und größerer individueller Freiheit ging ein Anstieg der Drogenabhängigkeit einher. Die Nummer der offiziell registrierten Drogenabhängigen ist von 1990 bis 2011 von 70 000 auf 1, 79 Millionen angestiegen. Die Dunkelziffern liegen wahrscheinlich höher. Abhängig sind vor allem junge Leute unter 35, die in Großstädten leben.4 Auch wenn es eine zunehmende Beliebtheit von Designerdrogen wie Meth gibt, dessen Rohmaterial in China gewonnen werden kann, sind Narkotika wie Heroin und Opium noch immer äußerst beliebt.5

China liegt geografisch zwischen den zwei bedeutensten Heroin produzierenden Regionen der Welt: Dem „Golden Triangle“ (Burma, Thailand, Laos und Vietnam) und dem „Golden Crescent“ (Afghanistan, Pakistan und Iran). In den letzten zwei Jahrhunderten wurde China deswegen zu einem immer wichtigeren Handelsrohr: In den späten 1980ern und frühen 1990ern etwa reduzierten strengere Anti-Drogengesetze in Thailand dessen Wert als Transitstaat enorm. Im selben Zeitraum trat der burmesische Drogenlord Khun San ab. Dies schwächte den vorher intensiven Drogenhandel nach Thailand zusätzlich und maß Chinas Rolle als Transitstaat größere Bedeutung zu. Über die Hälfte des im „Golden Triangle“ produzierten Opiums läuft jetzt früher oder später über China. Durch das ökonomische Wachstum wurde der Handel mehr in den Südwesten des Landes verschoben, wo neue und moderne Straßen einen schnellen Transport ermöglichen.6

Und auch die Anzahl der Drogenschmuggel über die chinesisch-nordkoreanische Grenze häufen sich. Meist sind die Schmuggler zwar Koreaner, aber China zeigte sich lange scheinbar unwillig, gegen den politischen Bündnispartner vorzugehen. Denn betrachtet man die enormen Summen an Profit, die bei diesem Handel zustande kommen, und das totalitäre Regime Nordkoreas, ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch die Regierung selbst an diesem beteiligt war und ist. So griff die chinesische Regierung erst im Jahre 2010  hart gegen die Schmuggler durch.7.

Von China aus strömen Narkotika und Amphetamine weiter auf den westlichen Markt. Für Australien ist China zusätzlich der größte Zulieferer von Ausgangsstoffen von Meth.8

Die chinesische Regierung will die Entwicklungen nicht weiter fortlaufen lassen und geht mittlerweile konsequent gegen Drogenschmuggel vor. Die chinesische Botschaft in Deutschland spricht von einer Kombination aus „gesetzlichen, administrativen, wirtschaftlichen, kulturellen, erzieherischen und medizinischen Maßnahmen.“ Betäubungsmittel und psychotrope Substanzen, aus denen Drogen leicht hergestellt werden können, stehen unter staatlicher Kontrolle. Die Antidrogen-Politik orientiert sich zum einem an dem Verbot von Drogenkonsum, Handel, Anbau und Produktion. Zum anderem sollen mit der Versperrung der Quellen, der Unterbrechung des Handelskreislaufes, einer strengen Gesetzesvollstreckung und der Behandlung von Drogenabhängigen und Ursachen, Erfolge erwirtschaftet werden. In den letzten Jahrzehnten wurden zudem einige Verordnungen und Gesetzgebungen erlassen und die Anti-Drogen Politik stark vorangetrieben. Besonders der Drogenkonsum bei Jugendlichen soll durch Präventionsmaßnahmen und besonders harten Strafen für Dealer, die Drogen an Jugendliche verkaufen, eingeschränkt werden. Und auch durch die internationale Zusammenarbeit gegen Drogen erhofft sich die chinesische Regierung einen Fortschritt. In China selbst ist die Sicherheitsbehörde zuständig. Seit 1990 leitet sie die staatliche Drogenkontrollkommission, in der 25 Regierungsabteilungen wie etwa das Ministerium für öffentliche Sicherheit und das Gesundheitsministerium zusammengefasst sind.9

  1. TVN – The great k-hole of China – aufgerufen am 07.02.2017 []
  2. revcom.us – How Maoist Revolution Wiped Out Drug Addiction in China – aufgerufen am 04.03.2014 []
  3. beijingmadeeasy.com – Drugs in China – aufgerufen am 04.03.2014 []
  4. tealeafnation.com – A Lock at One of China`s Fastest Growing Consumer Goodes: Illegal Drugs – aufgerufen am 04.03.2014 []
  5. fpc. org. uk – China`s Flawed Drugs Policy – aufgerufen am 04.03.2014 []
  6. fpc.org.uk – China `s Flawed Drugs Policy – aufgerufen am 04.03.2014 []
  7. asiapundits.com – China and North Korea`s Growing Drug Problem – nicht mehr verfügbar []
  8. abc.net.au – The Other China Boom – aufgerufen am 04.03.2014 []
  9. china-botschaft.de – Rauschgift Weißbuch – aufgerufen am 04.03.2014 – Link nicht mehr aufrufbar: 10.03.2014 []

Über Laura / earthlink

Ich bin 18 Jahre alt und habe im Juni dieses Jahres mein Abitur an der Deutschen Schule Thessaloniki in Griechenland absolviert. Das Praktikum bei earthlink mache ich zur beruflichen Orientierung. Ich bin sowohl im journalistischen, als auch im entwicklungspolitischen Bereich sehr interessiert.
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