Peru: Mit Dynamit gegen den Drogenhandel

Bild: © Peter Bakema - Wikimedia Commons

Als die peruanischen Ermittler vergangenen Monat auf ein Drogenversteck in der Hafenstadt Trujillo gestoßen sind, durften sie sich freuen. Mit etwa 7,7 Tonnen Kokain war es einer der größten Drogenfunde in der Geschichte Perus.1 Dennoch wird dies den Drogenschmuggel aus dem südamerikanischen Land nicht maßgeblich beeinträchtigen. Peru ist seit dem Jahr 2011 der größte Kokainproduzent der Welt.

Das Kokain, das bei dieser Aktion beschlagnahmt wurde, sollte vermutlich über den Seeweg nach Europa transportiert werden. Im Gegensatz zu Kolumbien, das vor allem den US-amerikanischen Markt mit Kokain versorgt, ist das peruanische Kokain nämlich hauptsächlich für den Schmuggel nach Brasilien und Europa vorgesehen.

Ein Großteil der Droge gelangt dafür jedoch zunächst nach Bolivien. Dort wird die oft als Kokapaste transportierte Droge weiter verarbeit. Außerdem kommt auch die Hälfte des in einem Umfang von rund 450 Tonnen pro Jahr in Peru produzierten Kokains zunächst in das Nachbarland, um von dort aus weitertransportiert zu werden.

Für den Transport über die bolivianische Grenze haben die Drogenschmuggler ein ausgeklügeltes Netzwerk aus improvisierten Flughäfen und Kleinflugzeugen aufgebaut. Jeden Tag überqueren so vier bis fünf Flugzeuge mit Kokaprodukten im Wert von jeweils mehr als US $ 300.000 die Grenze. Die Behörden erscheinen demgegenüber weitestgehend machtlos, da es keine Radarüberwachung an der Grenze gibt und auch die bolivianische Luftwaffe nur eingeschränkt handlungsfähig ist. So bleibt ihnen oft nicht anderes übrig, als am Boden auf die eintreffenden Flugzeuge zu warten, was nur selten gelingt.

Auf peruanischer Seite versuchen die Sicherheitskräfte nun gegen die illegalen Flughäfen vorzugehen. Diese stellen meist nur einfache Schotterpisten dar, die im schwer durchdringlichen Regenwald versteckt sind.

Die peruanischen Spezialkräfte haben Anfang des Jahres zur „cratering mission“ geblasen. Dabei sollten in 54 der illegalen Start- und Landebahnen tiefe Krater gesprengt werden, um sie unbenutzbar zu machen.

Allerdings ist auch diese Aktion wenig erfolgversprechend. So gibt es Berichte über Schmugglerbanden, die lokale Dorfbewohner dafür bezahlen, die Krater wieder aufzufüllen. Zwei der Landebahnen, auf die es die Spezialkräfte abgesehen haben, wurden allein in diesem Jahr schon vier mal wieder geflickt.23

  1.  Spiegel Online: Drogenschmuggel: Fahnder in Peru beschlagnahmen 7,7 Tonnen Kokain – Zuletzt aufgerufen am 23.09.2014 []
  2. NBC News: Peru’s Dynamite-Proof Cocaine Trade – Zuletzt aufgerufen am 23.09.2014 []
  3. Daily Mail: Dozens of landing strips used by cocaine smugglers are dynamited in drugs crackdown in Peru – Zuletzt aufgerufen am 23.09.2014 []

Über Sebastian / earthlink

Hallo, ich bin der Sebastian. Ich komme aus München und habe dort im März mein Bachelorstudium der Volkswirtschaftslehre abgeschlossen. Derzeit engagiere ich mich in einem zweimonatigen Praktikum bei Earthlink.
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