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Staaten in Südostasien kämpfen jetzt gemeinsam gegen Drogen

| Bild: © n.v.

Am Montag dieser Woche trafen sich Vertreter des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN), um eine gemeinsame Behörde zur Bekämpfung des Drogenhandels in der Region zu gründen. Unter den Mitgliedsländern befinden sich unter anderen die Nationen Laos Myanmar und Thailand, in deren Grenzgebiet das goldene Dreieck liegt, das durch seine Drogenproduktion weltweit bekannt ist. An der Konferenz nahmen zusätzlich auch Repräsentanten aus den Ländern Japan, China und Südkorea teil. 1)

Die ASEAN wurde im Jahr 1967 gegründet, mit dem Ziel, die wirtschaftliche, politische und soziale Zusammenarbeit der Mitgliedsländer zu verbessern. Heute umfasst der Verband 10 Mitgliedstaaten in Südostasien, wobei der Hauptsitz in Jakarta (Indonesien) liegt. Für das Jahr 2015 ist die Gründung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums nach Vorbild der EU geplant, im Zuge dessen auch die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Drogen ausgeweitet werden soll.

Das größte Drogenproblem in der Region stellt die Einfuhr diverser Substanzen aus dem Goldenen Dreieck dar. Die Region zwischen Laos, Myanmar und Thailand gilt nach Afghanistan als weltweit zweitgrößtes Anbaugebiet von Schlafmohn. Neben dem daraus gewonnenem Heroin werden inzwischen auch die Modedroge Chrystal und andere chemische Drogen in die Nachbarländer exportiert. Zusätzlich werden auch Amphetamine aus Afrika, sowie Kokain aus Südamerika in die ASEAN-Staaten geschmuggelt und von dort aus in Länder wie China, Japan, Südkorea oder auch Australien weitertransportiert. 2)

Während einige der Länder in Südostasien vor allem als Transitstaaten fungieren, stellt Thailand auch einen großen Absatzmarkt für Drogen dar. Laut Schätzungen des Gesundheitsministeriums sollen bis zu 1,3 Millionen Thailänder drogenabhängig sein, 60% davon in der Hauptstadt Bangkok. Bezogen werden die Drogen auch hier vor allem aus dem Grenzgebiet zwischen Thailand und Myanmar. Dort sollen Asiens gefährlichste Drogenkartelle aktiv sein. Trotz drakonischer Strafen und verstärkter Kontrollen, konnten die Behörden dem Problem bisher nicht Herr werden. 3)

Die meisten Mitgliedsländer des Verbands Südostasiatischer Nationen gehen scharf gegen Drogenvergehen vor. So müssen Drogendealer in Indonesien, Malaysia, Vietnam, und Singapur noch immer mit der Todesstrafe rechnen. Auch die thailändische Strafverfolgung ist für ihre Null-Toleranz-Politik bekannt. Dort wurden zwar im Jahr 2009 die letzten Todesurteile vollstreckt, jedoch reicht dort schon der Besitz weniger Gramm einer Droge aus, um als Dealer zu gelten. So müssen auch Ausländer, die mit verbotenen Substanzen erwischt werden, mit hohen Haftstrafen rechnen. 4)

Allerdings muss bezweifelt werden, ob die hohen Strafen, die in einigen der beteiligten Länder angewandt werden, die richtige Herangehensweise an das Problem darstellen. Denn gerade Straftaten, die in Zusammenhang mit Drogen stehen, werden häufig aus Verzweiflung begangen. So werden Abhängige, wenn ihnen die Finanzierung ihrer Sucht nicht mehr möglich ist, häufig durch Beschaffungskriminalität auffällig, wozu auch der Handel mit Drogen zählt. In solchen Fällen wirkt ein hohes Strafmaß wenig abschreckend. Deshalb sollte neben der Strafverfolgung und Verurteilung verstärkt auf Prävention und Suchtbehandlung gesetzt werden. Drogenabhängige sind vorrangig als Kranke und nicht als Kriminelle zu behandeln.

Mit der neuen Anti-Drogen-Behörde, die in Bangkok ihren Sitz hat, sollen den Strafverfolgern mehr Möglichkeiten gegeben werden. Sie soll zum einen zum Informationsaustausch dienen, aber auch gemeinsame und grenzüberschreitende Aktionen ermöglichen. In wie weit die neue Koordination der Drogenbekämpfung Erfolge mit sich bringt wird die Zukunft zeigen. 1)

Fußnoten (Hinweise, Quellen, Links)

  1. The Nation: Centre set up in Bangkok to help stemp out drugs in Asean region – nicht mehr verfügbar
  2. Bangkok Post: Asean joins forces in fight against drugs – nicht mehr verfügbar
  3. Spiegel Online: Rauschgifthandel in Thailand: Gewaltmarsch gegen die Drogenbarone – Zuletzt aufgerufen am 18.09.2014
  4. The Diplomat: The New War on Drugs: ASEAN Style – Zuletzt aufgerufen am 18.09.2014

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