Ist der „War on Drugs“ zum Scheitern verurteilt? – Teil 2

Bild: © Vivek Patankar - Wikimedia Commons

44 Jahre nachdem Präsident Nixon den „War on Drugs“ erklärte, ist in vier Bundesstaaten der USA der Verkauf von Marihuana legalisiert worden und die meisten Amerikaner unterstützen die Legalisierung. Überall auf der Welt wurden die Drogengesetze gelockert, von Uruguay nach Portugal, Jamaika bis in die Tschechische Republik.
In unserem zweiten Teil kommen zwei weitere Experten zu diesem Thema zu Wort:

Der erste ist der ehemalige kolumbianische Präsident Cesar Gaviria. Er arbeitete 2011 mit der Global Commission on Drug Policy an dem Bericht „War on Drugs“, der die Staaten zur Entkriminalisierung von Drogen aufrief. Wenn man die letzten 50 Jahre betrachtet, lautet die öffentliche Meinung, dass der „War on Drugs“ eine gescheiterte Politik ist.
In den USA kommen jedes Jahr 600.000 Menschen wegen Drogen ins Gefängnis. Das kostet 40 Milliarden Dollar pro Jahr. Vor zehn Jahren war es undenkbar, dass die USA sich massiv auf die Legalisierung von Cannabis zubewegten. Das Tabu wurde gebrochen. In den USA spricht sich mittlerweile der Großteil der Bevölkerung für eine Legalisierung aus. Auch in Lateinamerika ist ein Wandel zu sehen und zu spüren. Alle Staaten der Region blicken auf Uruguay – das erste Land, welches den Marihuana-Handel unter staatlicher Kontrolle legalisierte. „Rückschläge für diese Drogenpolitik wird es vermutlich nicht geben.“, so Gaviria. Seit 1961 war es das Ziel der UN-Konventionen in einer Welt ohne Drogen zu leben. Das ist aber eine Utopie, denn es spricht gegen die menschliche Natur.

Der ehemalige Chef-Wissenschaftler des White House Office of National Drug Policy Control, David Murray, gilt als ein weiterer Experte. Bei der Bekämpfung gegen die Drogen sieht er, dass echte Fortschritte erzielt wurden. Er beharrt darauf, dass die Milliarden von Dollar für die Bekämpfung von Drogenhändlern und die Zerstörung von Cocapflanzen gut angelegt wurden: Mittlerweile produziert Kolumbien 75 Prozent weniger Kokain als noch vor ein paar Jahren.
„Diese Leistung führte dazu, dass der Kokainkonsum in den USA um 45 Prozent zurück ging. Die Realität ist eine harte Schinderei. Sie ist wie Krebs und es lohnt sich, zu kämpfen.
Sicher ist es entmutigend, den Drogenkonsum zu sehen, aber er wurde tatsächlich verringert. Auf lange Sicht betrachtet wird es immer mehr Fortschritt im Hinblick auf das Thema geben.“ So Murray.1

  1. BBC:Has the war on drugs been lost? – stand: 24.03.15 []

Über veronika / earthlink

Ich bin die Veronika und mache den Bundesfreiwilligendienst bei Eartlink e.V.. Die Gesellschaft kann nur vorwärts kommen wenn sie aufgeklärt wird!
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