Methamphetamin-Handel in Mexiko boomt

Bild: © Radspunk - Wikimedia Commons

Die Drogenfahnder der USA kämpfen gerade einen fast aussichtlosen Kampf. Täglich werden große Mengen an Drogen über die Grenze von Mexiko in die USA geschmuggelt und dort weiterverkauft. Die U.S. Drug Enforcement Administration (DEA) registriert seit einigen Jahren vor allem einen steten Anstieg des Handels mit Methamphetamin, einer billig herzustellenden, in vielen Fällen sofort süchtig machenden, chemischen Droge.1

Mexiko ist in letzter Zeit hauptsächlich als Austragungsort für den sogenannten „War on Drugs“, den bedingungslosen Kampf gegen die Drogen in die internationalen Schlagzeilen geraten. Die Machtkämpfe der Drogenkartelle und die Einsätze der Polizei gegen diese fordern stetig Menschenleben. Schätzungen, wie viele Opfer der „War on Drugs“ bisher gefordert hat, reichen bis zu über 150.000 Menschenleben. Bis zum heutigen Tage werden mehrere zehntausend Menschen vermisst.2 Vor allem die unbeteiligte Zivilbevölkerung leidet stark unter den Scharmützeln zwischen den Kartellen und der Polizei.3 Jüngst sorgte die spektakuläre Flucht von Joaquin Guzmán, dem Chef der bekannten Drogenkartell Sinaloa für Aufsehen.4

Der Ausbruch des Drogenbosses ist bezeichnend für die Probleme, die Mexiko mit seinen Drogenkartellen hat. Diese Organisationen sind in alle relevanten Teile der mexikanischen Gesellschaft verstrickt. Offizielle Stellen in Mexiko bestätigten die Festnahme von mindestens sieben Menschen, die im Verdacht standen, mit dem Ausbruch des Drogenbosses in Verbindung zu stehen. Diese geringe Zahl an Festnahmen scheint geradezu lächerlich, wenn man sich den Aufwand vorstellt, der nötig gewesen sein muss, um einen durch Generatoren mit Licht versorgten Tunnel durch ein Gefängnis zu graben, ohne dass jemand etwas mitbekommt. Viele Mexikaner glauben, dass die Flucht von Behörden und Politikern geduldet, wenn nicht gar initiiert sei.5

Mexiko gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte weltweit, wenn es um den Schmuggel von Kokain, Heroin und Methamphetamin geht.6 Von dort aus werden die Drogen vor allem Richtung Norden, in die USA geschmuggelt, wo sie zu einem Vielfachen ihres bisherigen Wertes weiterverkauft werden. Besonders das Geschäft mit der Substanz Methamphetamin, welche vor allem unter dem Namen Crystal Meth bekannt ist, boomt. Drogenfahnder bestätigen, dass Crystal Meth eine der am häufigsten konfiszierten Drogen im Süden der USA sei.1

Die Beobachtungen der Behörden aus den USA decken sich mit den vergeblichen Versuchen der mexikanischen Behörden, die Drogenkartelle zu bekämpfen. Seit einigen Jahren fliegen dort immer mehr sogenannte „super labs“ auf, also für die industrielle Herstellung der Droge ausgerichtete Labore. Während 2007 nur 22 solcher Einrichtungen entdeckt und außer Betrieb genommen wurden, waren es 2011 bereits über 200.1 Diese enormen zahlen lassen nur erahnen, wie viele solcher Anlagen tatsächlich in Betrieb sind.

  1. NBC- News: Cross-border methamphetamine trade booms amid Mexicos „war on drugs“-zuletzt aufgerufen am 21.07.15 [] [] []
  2. Wikipedia: Mexican Drug War – zuletzt aufgerufen am 21.07.15 []
  3. Spiegel Online: Verschwundene Stundenten in Mexiko: Land der Mafias und Massengräber – zuletzt aufgerufen am 21.07.15 []
  4. KHOU: Cartel leader escape sheds light on drug activity in Southeast Texas – zuletzt aufgerufen am 21.07.15  – Link nicht mehr verfügbar []
  5. Der Freitag: Der König der Tunnel – zuletzt aufgerufen am 21.07.15 []
  6. Neues Deutschland: Die Macht der Kartelle – zuletzt aufgerufen am 21.07.15 []

Über Alexander / earthlink

Ich bin Student der Volkskunde/Europäische Ethnologie und absolviere mein Pflichtpraktikum bei Earthlink um einen Einblick in die Arbeit von NGOs zu erhalten. Wichtig ist mir, dass ich schon während dem Praktikum bei der Aufklärung helfen kann.
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