Südasien: Todesstrafe als Anti-Drogen-Maßnahme

Bild: © Eitan f - wikimedia commons

Vor allem in den südasiatischen Ländern, wie Myanmar, Laos und Thailand, sind nicht nur die Drogenproduktion und der Drogenhandel ein Problem, sondern auch der Drogenkonsum. Die Situation verschlimmert sich im Goldenen Dreieck, einem der Hauptanbaugebiete von Schlafmohn, noch dazu jährlich. Der Bedarf an Opium in Asien, aber auch in Abnehmerländern des Westens, steigt kontinuierlich.1
Asiatische Länder verfolgen in ihrem Kampf gegen Drogen eine besonders radikale Strategie. Hier gilt: Je strenger gesetzliche Regelungen und je höher die Strafen für sowohl Besitz und Konsum als auch Kauf und Verkauf, desto wirksamer sind jegliche Anti-Drogen-Maßnahmen im Drogenkrieg. Strafen können von jahrelangen Gefängnisaufenthalten bis hin zur umstrittenen Todesstrafe führen.

Süd- bzw. südostasiatische Gesetzgebungen bezüglich Drogendelikte gelten als die härtesten weltweit. Nicht nur als Einheimischer, sondern auch als Tourist oder Urlauber gibt es keine Möglichkeiten diese strikten Regelungen zu umgehen.2 Bestes Beispiel hierfür ist der Vollzug der Todesstrafe an acht Drogendealern in Indonesien Ende April dieses Jahres. Sieben der acht Verurteilten waren keine Einheimischen. Zwei von ihnen waren Australier, einer Brasilianer und vier waren aus Nigeria. Nicht nur ihnen, sondern noch vielen weiteren Drogenkonsumenten und Drogendealern wurde dies bereits zum Verhängnis.3

Eine Vielzahl an Menschen wurde in verschiedensten asiatischen Ländern bereits verurteilt, sowohl zu langjährigen Freiheitsstrafen als auch zum Tode. Trotzdem zeigt diese fragwürdige, radikale Vorgehensweise keine Erfolge im Kampf, vor allem des Goldenen Dreiecks, gegen die Drogenproblematik. Die Opium-Produktion hat sich in diesen Regionen in den letzten zehn Jahren sogar verdoppelt. Auch die Herstellung von Meth und anderen synthetischen Drogen vermehrt sich stetig. Nichtsdestotrotz setzt nicht nur das südasiatische Goldene Dreieck auf eine solche Strategie. Auch die Staaten des Goldenen Halbmondes wie Pakistan, Afghanistan und Iran, schrecken vor der Todesstrafe als Anti-Drogen-Maßnahme nicht zurück. Aber ist eine solche autoritäre Vorgehensweise wirklich ein guter Ansatz im Drogenkrieg?4

Hier gilt es klar zu unterscheiden, wen man strafgesetzlich verfolgt: Händler oder Konsumenten. Drogenabhängige als Kriminelle zu betrachten ist fragwürdig. Zu dieser Erkenntnis kommen auch immer mehr westliche Staaten. Jegliche Legalisierungspolitik basiert auf dem Grundsatz, Süchtige nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen, sondern sie durch Therapien bei der Bekämpfung ihrer Abhängigkeit zu unterstützen.5 Eine solche Hilfestellung würde während langer Gefängnisaufenthalte nicht gewährt. Eine liberalere Strategie erscheint bei langzeitiger Betrachtung als effektiver, da die Rückfallquote bei Drogenabhängigen nach Gefängnisaufenthalten deutlicher höher ist, als bei therapeutisch Behandelten. Drogendealer hingegen stellen eine Gefahr für die Gesellschaft dar. Durch sie wird der Drogenkonsum erst ermöglicht. Eine Gefängnisstrafe, mit eventueller Unterstützung von Therapeuten, erscheint in solchen Fällen als durchaus legitim. Ziel sollte es hier jedoch sein, Drogendealer nicht einfach abzuschirmen und einzusperren, sondern ihnen eine neue Perspektive zu geben und sie auf ein kriminalitätsloses Leben nach dem Strafvollzug vorzubereiten.6

Gesetzliche Regulierungen bzw. Gefängnisaufenthalte können in gewissen Fällen, auch im Kampf, gegen Drogen durchaus sinnvoll sein. Die Todesstrafe ist jedoch klar abzulehnen. Eine solche Bestrafung ist in keinem Zusammenhang zu befürworten und ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Diese besagen: Jeder Mensch hat das Recht auf Leben. Des Weiteren stellt sich die Frage: Wie kann ein Staat als glaubwürdig erscheinen, der das Morden regulativ verbietet und dabei selbst tötet? Noch dazu konnte bisher keine einzige durchgeführte Studie belegen, dass die Todesstrafe als Abschreckung wirkt und andere vor kriminellen Handlungen wie dem Drogenhandel abhält. Als letzten abschließenden Punkt gilt es die Unwiderruflichkeit der Todesstrafe zu nennen. Wurde die Todesstrafe einmal vollzogen, gibt es kein Zurück mehr, auch wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt die Unschuld des Verurteilten herausstellt.7

  1. Shabka: Magic, Mohn und Macht: Das Goldene Dreieck ist wieder Mohndorado – aufgerufen am 9.7.2015 []
  2. About Travel: Harsh Punishments for Drug Use in Southeast Asia – aufgerufen am 9.7.2015 []
  3. The Economist: Which countries have the death penalty for drug smuggling? – aufgerufen am 9.7.2015 []
  4. Vice News: Southeast Aisa’s War on Drugs Is a Grotesque Failure, but Why Stop? – aufgerufen am 9.7.2015 []
  5. The Economist: Which countries have the death penalty for drug smuggling? – aufgerufen am 9.7.2015 []
  6. Hamburger Abendblatt: Auf Wiedersehen! Jeder dritte Häftling wird rückfällig – aufgerufen am 9.7.2015 []
  7. Amnesty International: Argumente gegen die Todesstrafe – aufgerufen am 9.7.2015 []

Über Helena / earthlink

Hallo ihr Lieben, ich bin Helena, 19 Jahre alt und einfach immer gut drauf. Lache viel & gerne und Langeweile gibt es nicht!
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.