Bolivien immer wichtigerer Transitstaat für Drogen

Bild: © SKopp - Wikimedia Commons

2015 meldete die Spezialeinheit zur Drogenbekämpfung der bolivianischen Polizei (FELCN), dass Bolivien zu einem immer wichtigeren Transitstaat für südamerikanische Drogenschmuggler wird. In der ersten Hälfte des Jahres 2015 wurden in Bolivien 1875 Menschen festgenommen, weil ihnen Schmuggel mit Drogen vorgeworfen wird.

Der zentral in Südamerika gelegene Staat Bolivien wird immer mehr zu einer Drehscheibe des Drogenhandels. Zwar werden in Bolivien selbst große Mengen Kokain hergestellt, jedoch ist festzustellen, dass immer mehr Drogen aus den Nachbarländern importiert werden. Laut Angaben der bolivianischen Polizei würden die Drogen nach Bolivien gebracht, um sie von dort weiter zu transportieren. Die Hauptrouten führen nach Chile, um das Rauschgift weiter nach Europa schmuggeln zu können, und vor allem Richtung Norden, in die USA. Auch für die Versorgung des südamerikanischen Kontinents selbst sei Bolivien ein wichtiger Knotenpunkt geworden. Vor allem sogenannte „Narco- Planes“, kleine Flugzeuge, die vergleichsweise große Mengen an Drogen aufnehmen können und keine asphaltierten Landebahnen brauchen, seien den Beamten in letzter Zeit immer öfter ins Netz gegangen. Generell sei eine erhöhte Aktivität der Rauschgiftschmuggler im Land festzustellen.1

Die bolivianische Polizei hat angekündigt, ihre Anstrengungen im Kampf gegen den illegalen Handel mit Drogen in ihrem Land zu vergrößern. Es werden immer absurdere Methoden bekannt, die die Drogenhändler benutzen, um die Ware außer Landes zu bekommen. Kürzlich schaffte es ein bolivianischer Tierarzt in die Schlagzeilen, weil er Hundewelpen operierte, um in ihren Körpern Kokain in die USA zu schaffen. Drogen in Tierkörpern scheinen allerdings keine allzu große Seltenheit zu sein. Den Behörden ist bekannt, dass Lamas und Alpakas regelmäßig benutzt werden, um Kokain über die Staatsgrenze außer Landes zu schaffen. Die Kreativität der Schmuggler kennt kaum Grenzen. Sogar in versiegelten Automotoren und Batterien wurden schon Drogen gefunden.2

Die Regierungen Südamerikas versucht mit aller Härte gegen diese Entwicklung anzukämpfen. Seit längerer Zeit ist es in vielen Staaten des Kontinents erlaubt, mutmaßliche Drogenflugzeuge abzuschießen. Letztes Jahr hat auch Bolivien diese Praxis legalisiert.3 Die Lage ist so alarmierend, dass das Auswärtige Amt inzwischen auf seiner Seite vor den, unter anderem durch die Drogenkriminalität entstandenen, sozialen Unruhen im Land warnt. Die Entwicklung sei besorgniserregend.4

Wie stark der Staat von Drogenschmugglern infiltriert ist, zeigt die Aussage eines bolivianischen Oberst, der behauptet, dass große Mengen an Rauschgift sogar mit offiziellen Militärmaschinen ins Ausland transportiert werden.5 Sollten sich diese Gerüchte bestätigen, erscheint es sehr fraglich, ob sich das gebeutelte Land alleine gegen die Drogenmafias zur Wehr setzen kann, oder ob diese irgendwann ganz ungestört ihren Geschäften nachgehen können.

  1. Insight Crime: Drug Flights Entering Bolivia From Paraguay, Argentinia – zuletzt aufgerufen am 29.07.15 []
  2. Latinapress: Bolivien – Chile: Drogenbanden schmuggeln Kokain in Lamas und Alpakas – zuletzt aufgerufen am 29.07.15 []
  3. T-Online: Drogenschmuggel in Bolivien – Präsident erlaubt Abschuss von Flugzeugen – zuletzt aufgerufen am 29.07.15 []
  4. Auswärtiges Amt: Bolivien: Reise- und Sicherheitshinweise – zuletzt aufgerufen am 29.07.15 []
  5. Latina Press: Vorwurf: Venezuela und Bolivien transportieren Kokain mit Militärmaschinen nach Europa – zuletzt aufgerufen am 03.08.15 []

Über Alexander / earthlink

Ich bin Student der Volkskunde/Europäische Ethnologie und absolviere mein Pflichtpraktikum bei Earthlink um einen Einblick in die Arbeit von NGOs zu erhalten. Wichtig ist mir, dass ich schon während dem Praktikum bei der Aufklärung helfen kann.
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.