Wie kommt das Kokain in die Bananenkiste?

Bild: © Plutho - Wikimedia Commons

Im Norden Deutschlands machten Supermarktmitarbeiter Ende Juli eine aufsehenerregende Entdeckung. In Kartons, in denen Bananen gelagert waren, fanden sie große Mengen Kokain. Das Rauschgift war als Beiladung zwischen den Früchten versteckt. Der Marktwert betrug mehrere Millionen Euro.

In den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind in mehreren Supermärkten mindestens 400 Kilo Kokain aufgetaucht. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen fanden Mitarbeiter eines Supermarktes die Drogenpakete beim Ausladen der Bananenkisten. Nachdem diese ihren Fund gemeldet hatten, durchsuchten Ermittler tausende Obstkisten einer Großlieferung aus Südamerika. Fündig wurden sie in fünf weiteren Supermärkten. Die Polizei Hamburg befindet sich noch in den Ermittlungen. Es handelt sich wahrscheinlich um den größten Drogenfund in Deutschland seit 2010. Das Kokain hätte zu einem zweistelligen Millionenbetrag erkauft werden können.

Wie kommt das Kokain in die Bananenkisten, und warum wurde es dort gelagert? Schon Anfang Mai wurden über 300 Kilo Kokain in für Berliner Supermärkte bestimmten Obstkisten gefunden. Die Drogenkartelle in Südamerika benutzen häufiger Frachtschiffe, um Drogen nach Europa zu schmuggeln. Auf diesem Weg können die Schmuggler ihre Ware mit großer Erfolgsquote unentdeckt über den Atlantik bringen. Die Drogen, häufig Kokain, werden als Beiladung unter Obstlieferungen versteckt und in den großen Häfen, meist Hamburg oder Rotterdam, von Zwischenhändlern schließlich wieder geborgen. Der einzige Schwachpunkt des Systems ist, dass wenn ein Schiff Verspätung hat, oder ein anderer Zwischenfall wie ein logistisches Missverständnis, auftritt, die Schmuggler nicht mehr an die Container kommen, bevor sie gelöscht werden. Damit geht die Ware verloren und taucht zum Beispiel vor erstaunten Mitarbeitern in Supermärkten auf.1

Diese Art von Schmuggel gilt als relativ sicher. Festnahmen gibt es meistens keine, da es praktisch unmöglich ist, die in den Schmuggel involvierten Personen auszumachen.2

  1. Die Presse: Drogen statt Bananen: 400 Kilo Kokain in Obstkisten gefunden – zuletzt aufgerufen am 14.08.15 []
  2. rbb Online: Drogen in Aldi-Bananenkartons aus Kolumbien – Suche nach Herkunft des Kokains – zuletzt aufgerufen am 14.08.15 []

Über Alexander / earthlink

Ich bin Student der Volkskunde/Europäische Ethnologie und absolviere mein Pflichtpraktikum bei Earthlink um einen Einblick in die Arbeit von NGOs zu erhalten. Wichtig ist mir, dass ich schon während dem Praktikum bei der Aufklärung helfen kann.
Dieser Beitrag wurde unter Gegenmaßnahme, Internationales abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.