Amerikas Kleinstädte kämpfen mit einer steigenden Zahl an Heroinkonsumenten

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Die Heroinkrise in den USA verschlimmert sich von Jahr zu Jahr. Mit erschreckenden Konsequenzen kann folgende Entwicklung festgestellt werden: Nicht nur große Städte sind vom Drogenhandel betroffen sind, sondern auch ländliche Kleinstädte werden als neue Märkte erschlossen.

In Montgomery County, Ohio beispielsweise stiegen die Todeszahlen von Heroinkonsumenten in den letzten vier Jahren um 225 Prozent.1 In der Kleinstadt mit 540 000 Einwohnern sind vergangenes Jahr 127 Menschen an Überdosen gestorben.1 Viele andere Kleinstädte Amerikas haben mit ähnlich hohen Zahlen zu kämpfen. Jeden Tag sterben in den USA durchschnittlich 110 Menschen an einer Überdosis illegaler Drogen oder einer Überdosis Medikamente.2

Das amerikanische Interesse an Heroin ist nach wie vor hoch und die Zugehörigkeit der Abnehmer beschränkt sich nicht mehr nur auf wenige Bevölkerungsschichten. Angehörige der weißen Mittelschicht verzeichnen steigenden Heroinkonsum. Behörden schätzen die Anzahl aller Verbraucher auf bis zu 1,5 Millionen.1

Insbesondere mexikanische Drogenkartelle sind für die Erschließung neuer Märkte in den ländlicheren Gebieten der Staaten verantwortlich. Während die Gebiete östlich des Mississippi von kolumbianischen Kartellen dominiert werden, überwiegen die Mexikaner neuerdings im Westen und erhoffen sich hohen Profit aufgrund der geringen Konkurrenz. Die Produktionskosten in Mexiko für einen Kilogramm Heroin betragen rund 5 000 Dollar; In Amerika können Verkaufspreise von bis zu 80 000 Dollar pro Kilogramm erreicht werden.1 Den mexikanischen Kartellen ist es nun gelungen, hochqualitatives Heroin in Pulverform eigenhändig herzustellen und durch gute Organisation eine Vormachtstellung im amerikanischen Heroinhandel zu entwickeln.3  Schätzungen besagen, ihnen sei es vergangenen Jahres gelungen, 225 000 Pfund über die Grenze zu schmuggeln.1

Drogenexperten gehen davon aus, es bestehe unter anderem ein Zusammenhang zwischen der leichten Erwerbbarkeit von Schmerzmitteln und dem Zuwachs an Heroinabhängigen. Die laxe Regulierung der Verschreibung von „painkillers“, von denen manche der chemischen Formel, der von Heroin sehr ähneln, ist in Amerika gang und gäbe. Es gibt immer mehr Medikamentenabhängige, die sich mit der Zeit das teure Unterfangen nicht mehr leisten können. Somit ist der Umstieg auf das ungefähr 80 prozent billigere Heroin vorprogrammiert. Obwohl Amerika weniger als fünf Prozent der Weltbevölkerung stellt, werden dort 80 Prozent aller Opiate weltweit verbraucht.4

Ein innenpolitischer Lösungsansatz, den Heroinkonsum einzudämmen, ist die Verschreibung von Schmerzmitteln zu regulieren. Leider steht dies wohl entgegen dem Interesse der Pharmaindustrie, die das lukrative Geschäft zu schätzen weiß. Zudem lernen weniger als 40 Prozent der Ärzte in den USA während des Studiums, wie sie Medikamentenabhängigkeit und die Warnzeichen einer missbräuchlichen Medikamenteneinnahme erkennen.5

  1. uk.businessinsider.com: Mexican Cartels took over the us heroin trade – nicht mehr verfügbar [] [] [] [] []
  2. uk.businessinsider.com: The heroin crisis is so bad in one us county that there were 16 overdoses in one day – nicht mehr verfügbar []
  3. Washingtonpost.com: pellets planes and the new frontier – zuletzt aufgerufen am 30.09.15 []
  4. Faz.net: Verschreibung von opiaten vom arzt zum dealer – zuletzt aufgerufen am 30.09.15 []
  5. Schmerzlos.tv: Immer mehr Schmerzmittelmissbrauch und Überdiagnosen – zuletzt aufgerufen am: 30.09.15 []

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