Die Kreativität der mexikanischen Drogenschmuggler

Bild: © Andreas Trepte - Wikimedia Commons

In den USA toben die Kämpfe um die Präsidentschaftskandidaten der großen Parteien. Gerade auf Seiten der Republikaner ist die Frage, wie man mit dem Menschen- und Drogenschmuggel aus Mexiko umgehen soll, ein sehr heißes Thema. Ein relativ großer Teil der Republikaner will die Zuwanderung in die USA bekanntlich vermindern oder gar ganz aufhalten. Donald Trump, einer der zur Zeit aussichtsreichsten Kandidaten, sprach sich für den Bau einer Mauer entlang der gesamten Grenze zu Mexiko aus und sieht diese Maßnahme als die einzig Richtige.1  Dass eine Mauer zumindest den Schmuggel von Drogen kaum aufhalten wird, zeigt der Erfindergeist der Drogenschmuggler.

Tunnel sind bekanntlich eine Möglichkeit, mit der Drogenschmuggler versuchen, unentdeckt große Mengen von Rauschmitteln, Geld und Waffen über die Grenze zu bringen. Seit 2006 wurden mindestens 80 solcher Tunnel entdeckt. Die unterirdischen Gänge sind nicht selten mit Ventilationssystemen ausgerüstet. Schienensysteme, mit denen schwere Lasten bewegt werden können, gehören fast zum Standartrepertoire eines Drogenschmuggeltunnels. Die Gänge können die Kartelle bis zu einer Millionen US-Dollar kosten. Zusammen mit der relativ großen Zeit, die benötigt wird, um so ein Projekt zu beenden, ist so ein Tunnel also eine große Investition. Doch der Aufwand scheint sich zu lohnen. Zwischen 1990 und 2013 wurden 159 Tunnel zwischen der mexikanischen und US-amerikanischen Grenze entdeckt. Wie viele es tatsächlich gibt und wie viele sich im Bau befinden, kann man nicht sagen.2  Doch der Aufwand scheint sich zu lohnen. Eine Mauer, egal wie tief ihr Fundament auch sein mag, wird die Tunnelgräber nicht aufhalten. Kürzlich fanden Grenzbeamte sogar einen Unterwassertunnel, mit dessen Hilfe große Mengen Kokain und eventuell auch Menschen über die Grenze geschmuggelt werden sollten.3

Neben den sogenannten Narco-Submarines, also Drogen-U-Booten, gibt es noch einen weiteren Weg, um eine Mauer zwischen den beiden Staaten zu überwinden. Und zwar den Luftweg. Ein Flugzeug ist hierfür kein geeignetes Mittel, weil es wahrscheinlich zu leicht zu entdecken wäre und enorme Umwege in Kauf nehmen müsste. Seit Jahren sind Vögel jedoch ein geeignetes Mittel, um Drogen oder andere Gegenstände zu schmuggeln.

Tauben scheinen laut einem Bericht der GQ ein neuer Trend unter Drogenschmugglern zu sein. Die Vögel können bis zu zehn Prozent ihres Körpergewichts tragen und sind zuverlässige Boten. Je nach Größe der Taube können diese also bis zu 50 Gramm transportieren.4  Tauben können in großen Mengen über die Grenzen geschickt werden. Im Gegensatz zu den Tunneln ist es mit ihnen nicht möglich, auf einmal große Deals abzuschließen, jedoch über längere Zeit konstante Mengen zu liefern. Zudem fallen sie in der Natur kaum auf. Selbst wenn sie eine Ladung Rauschgift transportieren, werden sie kaum anders aussehen, als andere Vögel. Zudem sind sie nicht an Wege oder natürliche Hindernisse gebunden. Das heißt, dass man sie von überall losfliegen lassen kann.

Dass die mexikanischen Drogenkartelle immer erfindungsreicher werden und neuste Technologien anwenden, um im Geschäft zu bleiben, ist bekannt. Aber dass auch Methoden, die eigentlich einer anderen Zeit angehören, oder schon lange etabliert sind, wieder ausgegraben und perfektioniert werden, könnte vielen neu sein. Die große Flexibilität und Auswahl der Schmuggelmethoden macht es den Grenzschützern kaum einfacher, gegen die Kartelle gewappnet zu sein.

  1. The Blaze: Donald Trump’s One Question to Critics Who Claim a Border Wall Wouldn’t Work: „Foolish People!“ – zuletzt aufgerufen am 02.09.15 []
  2. Business Insider UK: This Mexican cartel „super-tunel“ proves how far drug traffickers will go to get what they want – zuletzt aufgerufen am 02.09.15 []
  3. New York Post: Border agents find underwater drug Tunnel crossing US-Mexico border – zuletzt aufgerufen am 02.09.15 []
  4. GQ: Cocain carrier pigeons are the latest drug smuggling technique – zuletzt aufgerufen am 02.09.15 []

Über Alexander / earthlink

Ich bin Student der Volkskunde/Europäische Ethnologie und absolviere mein Pflichtpraktikum bei Earthlink um einen Einblick in die Arbeit von NGOs zu erhalten. Wichtig ist mir, dass ich schon während dem Praktikum bei der Aufklärung helfen kann.
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