Drogenkartelle könnten ferngesteuerte Drohnen als Aufklärer und Waffen einsetzen

Bild: © Flying Eye - Wikimedia Commons

Ferngesteuerte Drohnen für die Zivilbevölkerung waren dieses Jahr eine der populärsten Erfindungen schlechthin. Plötzlich wollte jede und jeder eine Drohne besitzen, um mit dieser herumzufliegen. Die ferngesteuerten Flugobjekte können für Rennen, Erkundungsflüge und sogar zum Transport leichter Gegenstände benutzt werden. Selbst große Unternehmen wie Amazon planen seit einiger Zeit Drohnen kommerziell zu nutzen.1 Doch die unbemannten Fluggeräte könnten auch eine Gefahr darstellen. Nicht nur wegen Luftraumverletzungen und der Behinderung des Flugverkehrs. Drohnen können aktiv dazu beitragen, die Gesundheit von Menschen, und sogar die Autorität von Staaten zu gefährden.

In letzter Zeit gab es immer wieder vereinzelt Berichte über Drohnen, die in illegale, besorgniserregende, oder gefährliche Aktivitäten verwickelt waren. Mal flog eines der Geräte in der Nähe eines Flughafens herum2 , ein anderes Mal wurde eines über einem Atomkraftwerk gesichtet.3  Doch diese Vorfälle waren mehr oder weniger ungefährlich, wenn man bedenkt, welche potentielle kriminelle Energie in den kleinen Flugobjekten stecken kann.

Genau dieses Potential führt bei US-Grenzschützern und mexikanischen Sicherheitsbehörden gerade zu Sorgenfalten. Mit Drohnen ist es möglich, mit wenig Aufsehen und noch weniger persönlichem Risiko Drogen und andere Gegenstände zu transportieren. Zwar sind die Fluggeräte noch nicht in der Lage, schwere Lasten über weite Strecken zu tragen, doch mit der Zeit werden diese immer leistungsfähiger werden. Außerdem ist es mit Drohnen möglich, viele kleine Sendungen hintereinander loszuschicken. Im Zeitraum zwischen 2012 und Anfang 2015 wurden von der DEA bisher nur etwa 150 Versuche, die Grenzen mit Drohnen zu überqueren, registriert. Diese Zahl könnte rasant steigen. Das Potential wäre vorhanden.4  Die DEA sieht zur Zeit jedoch keine Dringlichkeit, sich mit diesem Potential zu beschäftigen. Sie konzentriert sich derzeit praktisch nur auf einzelne Großlieferungen.5  Die Drohnen können so sprichwörtlich unter dem Radar der DEA operieren.

Doch der Schmuggel von Drogen, Waffen oder Geld über die Grenze ist bei weitem nicht das Schlimmste, das Drogenbanden mit Drohnen anstellen könnten. Denn die Fluggeräte stellen unter Umständen auch eine direkte Gefahr für den Staat dar. In der abgeschwächten Form könnten Drohnen dazu dienen, Aufklärungsflüge zu absolvieren. Die Drogenkartelle könnten mit ihrer Hilfe die Standorte von Polizisten oder Soldaten herausfinden. So ist es möglich, sich unbemerkt von diesen in Stellung zu bringen und Anschläge vorzubereiten oder während Schießereien auf Bewegungen der Beamten zu reagieren, die sie sonst nicht gesehen hätten. Davor warnt gerade auch die DEA. Denn während sie den Schmuggel nicht als großes Problem sieht, nimmt sie diese Gefahr mit größerer Sorge wahr.5  Wenn man diese Entwicklung weiterdenkt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es die ersten bewaffneten Drohnen in den Händen der Kartelle geben wird. Anschläge auf Informanten, Journalisten und Polizisten könnten in Zukunft mit Drohnen verübt werden, die eine Bombe transportieren. Sobald die Kartelle diese mit einer ausreichenden Präzision benutzen können, wird es wohl auch erste Anschläge geben. Täter wären dann noch schwerer auszumachen als zum jetzigen Zeitpunkt.

  1. Handelsblatt: Achtung, da kommt ein Amazon-Paket geflogen! – zuletzt aufgerufen am 21.09.15 []
  2. Spiegel Online: Flughafen in Warschau: Lufthansa-Maschine stößt fast mit Drohne zusammen – zuletzt aufgerufen am 21.09.15 []
  3. Spiegel Online: Mysteriöse Flüge in Frankreich: Drohnen über Atomanlagen – Verdächtige festgenommen – zuletzt aufgerufen am 21.09.15 []
  4. Fusion: Meth drom Heaven? Narco drone falls out of Tijuana sky – zuletzt aufgerufen am 21.09.15 []
  5. Fox News: DEA: Narco-drones not major smuggling concern, but could help set up attacks on agents – zuletzt aufgerufen am 21.09.15 [] []

Über Alexander / earthlink

Ich bin Student der Volkskunde/Europäische Ethnologie und absolviere mein Pflichtpraktikum bei Earthlink um einen Einblick in die Arbeit von NGOs zu erhalten. Wichtig ist mir, dass ich schon während dem Praktikum bei der Aufklärung helfen kann.
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