Wenn Kinder Kollateralopfer der Drogenmafia werden

Wo kann so etwas passieren? Bestimmt auf einem anderen Kontinent aber nicht bei uns …. Doch, sogar im Nachbarland Italien.

Im Januar 2014 wurden ein dreijähriger Junge, sein Großvater und dessen Freundin von der kalabrischen Mafia-Organisation ‚Ndranghetta umgebracht. Sie waren mit mehreren Schüssen aus einer Pistole getötet und dann im Auto des Großvaters verbrannt worden. Der Großvater, Giuseppe Iannicelli, war zunächst Mitglied des ‚Ndranghetta Abbruzzese-Clans, für den er den Drogenhandel in der Region organisierte(…). In letzter Zeit soll Iannicelli zudem versucht haben, auf eigene Rechnung Kokain zu verkaufen. Außerdem gab es Gerüchte, er wolle mit den Strafverfolgungsbehörden kooperieren. In Mafia-Kreisen kommt ein solches Verhalten einem Todesurteil gleich: Dies war Giuseppe Iannicelli bewusst und aus diesem Grund war er ständig mit seinem Enkelkind unterwegs und missbrauchte ihn als lebenden Schutzschild: << weil er überzeugt war, dass ihm mit einer Frau und einem Kind an der Seite niemand etwas tun werde, ganz nach den alten Regeln der ‚Ndrangheta, sagte sein Bruder, Battista Iannicelli, den Ermittlern.>>1

Bei seiner Rede in der Stadt Cassano all’Ionio, der Hochburg dieser Mafia-Organisation, nach dem Mord und der Verbrennung des Dreijährigen, exkommunizierte Papst Franziskus alle Mitglieder der ’Ndrangheta, weil sie <<die Straße des Guten verlassen hätten>>.2

Die ’Ndrangheta ist die Vereinigung der kalabrischen Mafia. Mit geschätzten 53 Milliarden Euro Jahresumsatz (2013) gilt sie als mächtigste Mafia-Organisation Europas. Wichtigste Einnahmequelle sind der Drogenhandel und die Müllentsorgung. Die kriminelle Organisation beherrscht heute den Import und Vertrieb von Kokain in der EU. Sie hat die politische und wirtschaftliche Einigung geschickt genutzt, um die legale Wirtschaft zu infiltrieren. In der Schweiz, Spanien, Deutschland und in anderen europäischen Ländern wird das Geld aus dem Drogenhandel gewaschen und fließt dann in weit verzweigte Netzwerke in Politik und Institutionen.34

In Deutschland ließ die ’Ndrangheta vor allem 2007 (Blutbad Duisburg) und vor Kurzem im Juli 2015 (Festnahmen Mitgliedern der kalabrischen Mafia im Bodensee) von sich sprechen.45 Bereits seit den siebziger Jahren hat sich die kalabrische Mafia in Deutschland etabliert. Überwiegend leben die Mitglieder und Unterstützer der als wirtschaftlich besonders potent geltenden Gruppierung aus Kalabrien in Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen.6

Der Konsum von Kokain und weiteren Drogen machen die Gesundheit und das Leben von Verbrauchern sowie deren Angehörigen kaputt. Doch nicht nur das: er emöglicht das Handeln durch eine immer größere und mächtigere Mafia, die die Demokratie gefährdet ( Wahlstimmenkauf in Italien z.B) und macht unschuldige Kinder wie diesen kleinen Jungen und 30 weitere italienische Kinder seit 1950 (laut Anti- Mafia Organisationen) zu Opfern. .7

  1. Spiegel Online:Mafia-Mord an Kleinkind – zuletzt aufgerufen am 16.10.2015 []
  2. Wikipedia: Excommunikation aller Mitglieder – zuletzt aufgerufen am 16.10.2015 []
  3. Wikipedia: ’Ndrangheta– zuletzt aufgerufen am 16.10.2015 []
  4. vimeo : Das dunkle Business der ’Ndrangheta – zuletzt aufgerufen am 16.10.2015 [] []
  5. Badische Zeitung: Schlag gegen Mafia am Bodensee – zuletzt aufgerufen am 16.10.2015 []
  6. Spiegel Online : Organisierte Kriminalität in Deutschland: Das Netz der Mafia – zuletzt aufgerufen am 16.10.2015 []
  7. Le Parisien – zuletzt aufgerufen am 16.10.2015 []

Über Mylène / earthlink

Hallo ich heisse Mylène und bin Praktikantin bei Earthlink e.V. bis ende Oktober. Ich liebe Koalabärs, Hasen und Käse ( als Französin darf es sein ;-))
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