Kolumbien: Regenwälder fallen illegalen Kokaplantagen zum Opfer!

Abholzungsarbeiten im Regenwald

Bild: © Rettet den Regenwald e.V. (Rainforest Rescue) [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Kokain zerstört Leben und viele Familien zerbrechen daran. Aber nicht nur der Konsum ist das Problem. Illegale Koka-Plantagen sind mit Schuld an der Zerstörung der Regenwälder, vor allem in Kolumbien. Kolumbiens Wälder sind die Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten und viele davon sind vom Aussterben bedroht.1 Jeden Tag werden 111 Hektar an Regenwald abgeholzt. Von 2014 bis 2015 wuchsen die Anbaugebiete der Koka-Pflanze von 69.000 auf 96.000 Hektar um 39 Prozent. Aber auch vor geschützten Reservaten wird kein Halt gemacht. 2015 waren schon 11.837 Hektar betroffen. In diesen Gebieten gelten Gesetze, die von einer oder mehreren indigenen Gemeinschaften festgelegt werden. Auch afro-kolumbianische Gemeinschaften sind davon betroffen.

„Auf dem Land gibt es mehrere Faktoren, die die Abholzung verursachen, einschließlich der illegalen Bergminen, die Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen, Waldbrände, die Entwicklung der Infrastruktur und die illegalen Ernte-Plantagen „, erklärt Ederson Cabrera Montenegro, SMBYC  (National Forest and Carbon Monitoring System ) Koordinator. Das stellt eine zunehmende Bedrohung für Naturschutzgebiete dar.  Satellitenbilder der SIMCI (United Nations’ Integrated Illicit Crops Monitoring System)  zeigen eine starke Zunahme der Abholzung in mehreren der 59 nationalen Naturparks.  2015 waren schon 16 von ihnen vom Kokain-Anbau beeinflusst.

Elsy Morales, Beraterin der Generaldirektion der Nationalpark-Agentur des Landes, PNN (Nationale Naturparks von Kolumbien), erklärt, die Zunahme der illegalen Koka-Pflanzen in den Parks finde aufgrund der neuen Siedler statt. Diese haben oft kein Einkommen und werden deshalb von solchen Parks angezogen. Die größten Zunahmen an Plantagen lassen sich im Paramillo Park in Cardabo und im Catatumbo-Park beobachten. In letzterem haben die Anwesenheit bewaffneter Gruppen und die Verwundbarkeit der Gemeinden die Bedingungen für den illegalen Koka-Anbau geschaffen, laut der UNODC.

Die Koka-Plantagen wirken sich katastrophal auf die Umwelt aus. Die Entwaldung verlangsamt die Aufnahme von sechs Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid sowie die Erzeugung von 5,5 Millionen Tonnen Sauerstoff, laut dem Bericht „Coca, pollution and poverty“. Ebenfalls werden die Lebensräume von zahlreichen Säugetieren, Fischen und Insekten zerstört. Die Entwaldung hat Auswirkungen auf die Ökosystemleistung des gesamten Landes, die durch die Wälder erzeugt wird.  Auch die Savannisierung, ein Prozess, bei dem ein Wald zur Savanne wird, ist durch die Abholzungen begünstigt.

Puerto Rico ist eine der Gemeinden, in denen die meisten Hektar Kokain angepflanzt werden. In 21 Dörfern werden mehr als 1000 Hektar bewirtschaftet, auch im Sierra de la Macarena Nationalpark. Oft ist es für die Bauern die einzige Möglichkeit zu überleben, auch wenn sie die Konsequenzen kennen. Trotzdem wollen sie vom Koka-Anbau loskommen. Doch sie brauchen Zeit für die Umstellung. Seit drei Jahren beraten sich die Gemeinden mit den PNN.2

 

  1. national geographic: Cocaine to Blame for Rain Forest Loss, Study Says; Artikel vom 19.1.11 []
  2. mongabay: Forests in Colombia fall victim to illegal coca plantations; Artikel vom 16.9.16 []

Über Zoë / earthlink

Ich bin Zoë und habe dieses Jahr die Schule mit dem Abitur beendet. Vor meinem Studium möchte ich mich hier sozial engagieren und mehr über entwicklungspolitische Hintergründe erfahren. Als Bundesfreiwillige freue ich mich earthlink für 6 Monate begleiten zu dürfen!
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