China: Drogenproblem wächst, vor allem synthetische Drogen florieren

Bild: © Labib Ittihadul [CC BY 2.0] - flickr

Chinas Drogenproblem wächst, vor allem der Handel und Konsum von synthetischen Drogen. Das Land soll einer der Hauptproduzenten der illegalen Substanzen Crystal Meth, Ketamin und von Opioiden sein.1 Aufgrund seiner geographischen Lage werden auch andere illegale Drogen im Land gehandelt. Vor allem die Staaten des Goldenen Halbmonds und Goldenen Dreiecks spielen als Herkunftsländer hier eine Rolle.2 Wie neue Untersuchungen der Regierung zeigen, steigt die Missbrauchsrate innerhalb der chinesischen Bevölkerung an.

Die Beschlagnahmungen von Methamphetamin, Ketamin und anderen synthetischen Drogen nahm im Jahr 2016 um 106 Prozent zu. Auch die Produktion von neuen psychoaktiven Substanzen, die den berauschenden und abhängig machenden Effekt illegaler Drogen bewirken, stieg an. Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung der neuen Stoffe fallen diese teilweise unter das chinesische Drogengesetz. Die in China produzierten Substanzen werden nicht nur dort konsumiert, sondern auch ins Ausland geschmuggelt. Die Regionen, in denen die Drogen produziert werden sowie die Märkte, auf denen sie gehandelt werden, expandieren.3

China soll auch einer der Hauptproduzenten des Opioids Fentanyl sein, welches in jüngster Zeit zu zunehmenden Gesundheitsproblemen und sogar Todesfällen in den USA, Canada, Australien und in anderen Staaten führte.1 Diese Substanz, die 10.000 mal stärker als Morphin ist, wurde daraufhin von China verboten. Darunter fallen Carfentanil, Furanyl Fenatnyl, Acryl Fentanyl und Valeryl Fentanyl. Bisher wurden sie legal produziert und verkauft, da sie oft als Anästhetikum oder Langzeitschmerzmittel genutzt werden. Händler kauften sie also privat in China und verkauften sie an Konsumenten. Das führte in den USA zu einer großen Drogenproblematik: 2015 starben 33.091 Menschen durch das Präparat. Das sind 63,1 Prozent der tödlich endenden Überdosen. Synthetische Drogen und psychoaktive Substanzen sind auf dem Vormarsch und könnten bald zur Droge Nummer 1 weltweit werden, denn sie sind günstig und einfach herzustellen.4

Aber auch der Handel anderer Drogen bereitet China Probleme. Durch seine geographische Lage bietet sich das Land als beliebter Markt für Drogen an, die aus dem Goldenen Halbmond oder dem Goldenen Dreieck stammen. Unter dem Goldenen Halbmond, der die Länder Afghanistan, Iran und Pakistan beinhaltet, versteht man die Region, in der das meiste Opium hergestellt wird. Im Goldenen Dreieck, das Myanmar, Laos und Thailand umfasst, wird der meiste Schlafmohn angebaut und zu Heroin weiterverarbeitet. Auch Kokain aus Südamerika ist nun immer häufiger im Reich der Mitte im Umlauf. Der Handel dieser Drogen wird auch zunehmend von Chinesen selbst organisiert. Die Präparate werden vermehrt über das Meer geschmuggelt, Dealer bezahlen dazu sogar Schwangere und stillende Mütter, höchst ansteckende und ernsthaft kranke Patienten sowie behinderte Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind und HIV-Infizierte. 2016 wurden 4,576 dieser „besonderen“ Schmuggler in China festgenommen.5

Da sich Handel und Nachfrage gegenseitig bedingen, bewirkt die größere Verfügbarkeit von Drogen eine deutliche Zunahme in der Zahl der Drogenabhängigen in China. Nach dem Bericht der Regierung soll es 2016 2,51 Millionen Süchtige geben, die Zahl nahm zum Vorjahr um 6,8 Prozent zu. Unter ihnen sind 22.000 Minderjährige, mehr als 1,46 Millionen zwischen 18 und 35. Während die Zahl Heroinabhängiger etwas langsamer zunahm, bereiteten auch hier die synthetischen Drogen immer mehr Probleme. 1,52 Millionen Menschen sollen von solchen Präparaten abhängig gewesen sein.6

China startete deshalb 2015 ein Projekt, das Drogenabhängigen helfen soll, drogenfrei zu werden. Es fokussiert sich darauf, lokale Behandlungszentren zu eröffnen und Freiwillige auszubilden. Etwa 81.000 Menschen arbeiten nun in diesen Rehabilitierungsprogrammen. Ebenfalls intensivierte die Polizei ihr Vorgehen gegen die Verbrecher und nahm letztes Jahr 168.000 Chinesen fest, die in Produktion oder Handel von Drogen involviert waren. Dies betraf 140.000 mit Drogen verbundene Delikte.6

  1. News 24: China’s synthetic drugs problem expanding: government; Artikel vom 27.3.2017 [] []
  2. indiatoday: Drug cases involving foreigners increasing in China: report; Artikel vom 27.3.2017 []
  3. News 24: China´s synthetic drugs problem expanding: government; Artikel vom 27.3.2017 []
  4. Ecns: U.S. applauds China’s ban on synthetic drugs; Artikel vom 17.2.2017 []
  5. indiatoday: Drug cases involving foreigners increasing in China: report; Artikel vom 27.3.2017 []
  6. Ecns: Drug addiction on the rise in China: report; Artikel vom 27.3.2017 [] []

Über Zoë / earthlink

Ich bin Zoë und habe dieses Jahr die Schule mit dem Abitur beendet. Vor meinem Studium möchte ich mich hier sozial engagieren und mehr über entwicklungspolitische Hintergründe erfahren. Als Bundesfreiwillige freue ich mich earthlink für 6 Monate begleiten zu dürfen!
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.