Terrorismus

(c) Valeko | Dreamstime.com

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Gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern liegt es nahe, dass die Produktion und der Handel mit illegalen Drogen eine Finanzierungsquelle für Terroristen darstellt. Verbindungen zwischen südamerikanischen Drogenkartellen und afrikanischen Waffenhändlern wurden bereits nachgewiesen. Dass diese Waffen später in terroristische Hände gelangen und somit deren Aktivitäten begünstigen, ist wahrscheinlich.1 Auch Terrorgruppen wie die Taliban oder Al-Qaida, die vorwiegend im Nahen Osten und Zentralasien agieren, verfügen über Verbindungen in den Drogenhandel.

Die Taliban als „Produkt“ der Drogenwirtschaft

(c) Zabelin | Dreamstime.com

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In Afghanistan hielt die Drogenproblematik beispielsweise erst im Rahmen des Afghanisch-Sowjetischem Krieges Einzug. Die USA förderten den Opiumanbau und die anschließende Heroinproduktion über afghanische „Warlords“, um die sowjetischen Soldaten entscheidend zu schwächen.2 Die sowjetischen Truppen verschwanden daraufhin 1988 aufgrund hoher Verluste, doch das Problem des Opiumanbaus bleibt bis heute bestehen.3 Nach Einmarsch der Amerikaner im Jahr 2001 verschärfte sich das Problem weiter, sodass mittlerweile ca. 90 % des weltweiten Opiums aus Afghanistan stammen. Dabei verdienen neben den „Warlords“ vor allem die Taliban an dem Drogenhandel. So sollen diese mittlerweile sogar mehr Geld aus dem Drogenhandel generieren als zu Zeiten ihrer Herrschaft vor dem Einmarsch der Amerikaner.4 Folglich ist es ihnen möglich, ihre Anschläge bis heute über den Drogenhandel  zu finanzieren,5 während sie gleichzeitig Dschihadisten wie Osama bin Laden und seiner Al-Qaida Zuflucht auf afghanischem Gebiet gewähren .6 Als Ursache für die starke Stellung der Taliban gilt außerdem das Versäumnis der afghanischen Regierung, alternative Anbauprodukte der Bauern ausreichend zu fördern.3

Haupteinnahmequelle für die Al-Qaida

Auch Al-Qaida nutzt den Drogenhandel als Finanzierungsquelle. So soll sich das Terrornetzwerk zur Hälfte über den Drogenhandel in Afghanistan finanzieren.7  Doch die Aktivitäten beschränken sich nicht nur auf Afghanistan. Im Zuge des „Arabischen Frühlings“ und der damit einhergegangenen Schwächung von Staaten, wie dem Jemen oder Libyen, bieten sich Al-Qaida zusehends neue Flächen für  Ableger.8 Abgesehen von diesen Staaten werden auch Länder wie Mali oder Somalia als Transitstaaten für Drogen und Waffen genutzt.9 Ein Rückzugsgebiet für die Terroristen stellt vor allem das Gebiet des Maghrebs in der instabileren Region der Sahelzone dar.10

Die Nusra-Rebellen

Die Nusra-Rebellen in Syrien zeigen exemplarisch, dass die Rebellen keine einheitliche Opposition bilden. Vielmehr sind sich die oft zerstrittenen Rebellengruppen über die zukünftige Regierungsform nach dem geplanten Sturz Assads uneins.11 Mittlerweile bekämpfen die Nusra-Rebellen sogar andere Rebellengruppen und Zivilisten, sofern sie nur als gemäßigte Muslime zu bezeichnen sind.12 Gleichzeitig steht die Al-Nusra-Front aber auch in direkter Verbindung zu Al-Qaida. So greifen sie auf hochrangige Dschihadisten, die sich bereits im Irak bewährten, zurück und nutzen die gleichen Schmuggelrouten zwischen Syrien und dem Irak.13

Der Islamische Staat

(c) TRAJAN 117 Wikimedia Commons

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Der Islamische Staat fällt besonders wegen seiner enormen Grausamkeit in seinem Vorgehen auf. Diese könnte durch die Einnahme von Drogen befeuert werden: Das Amphetamin Captagon ist eine beliebte Droge unter IS-Kämpfern und begünstigt extreme Risikobereitschaft und Aggressionen. Die Finanzierung der Terrororganisation speist sich aus dem Drogenhandel: Laut dem russischen Chef der Anti-Drogen-Behörde nimmt der IS allein durch den Handel von Heroin aus Afghanistan rund eine Milliarde Dollar jährlich ein.14  Auch vom Export der Droge Captagon aus Syrien, der die steigende Nachfrage in Saudi-Arabien bedient, profitiert der Islamische Staat. Dies ist paradox, da nach den Gesetzen der Sharia der Drogenkonsum- und Handel streng verboten ist.15Aus diesem Grund rief der IS einen Krieg gegen Drogen aus und zerstörte weitflächig Cannabisfelder in Syrien.

Eine Finanzierungsquelle für jegliche Art von Terrorist

(c) Witoldkr1 | Dreamstime.com

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Abschließend soll noch erwähnt werden, dass nicht nur die Taliban und Al-Qaida bzw. deren Ableger sich am Drogenhandel bereichern. Die Hälfte aller Terrorgruppen soll laut US-Außenministerium in den Drogenhandel verwickelt sein und so zu den weltweiten Einnahmen pro Jahr in Höhe von 500 Milliarden Dollar beitragen.16

Tiefgründigere Informationen zur Verbindung von Terrorismus und Drogenhandel finden sich in der Blogreihe „Die Verflechtung von Terrorismus und Drogenhandel“. Teil 1 ist nur einen Klick entfernt.

 

 

 

  1. UNODC: Drug trafficking and the financing of terrorism – aufgerufen am 11.09.13 []
  2. Wikipedia: War on Drugs – aufgerufen am 03.09.13 []
  3. Uni Halle: Afghanistan Historie – Seite nicht mehr aufrufbar [] []
  4. ZEIT: Taliban Drogenanbau – aufgerufen am 05.09.13 []
  5. Deutsche Welle: Verheerende Anschläge – aufgerufen am 12.09.13 []
  6. BPB: Taliban – aufgerufen am 12.09.13 []
  7. Handelsblatt: Franchise-Unternehmen Al-Qaida – aufgerufen am 09.09.13 []
  8. finanzen.net: Al-Qaida stärker denn je – aufgerufen am 03.09.13 []
  9. Tagesspiegel: Drogen, Waffen und Scharia – aufgerufen am 09.09.13 []
  10. Deutsche Welle: Al-Qaida im Maghreb – aufgerufen am 09.09.13 []
  11. FOCUS: „Die“ Rebellen gibt es nicht – aufgerufen am 06.09.13 []
  12. T-Online: Al-Nusra-Kämpfer erschießen 12 Zivilisten – aufgerufen am 12.09.13 []
  13. SPIEGEL ONLINE: al-Qaida = al-Nusra? – aufgerufen am 03.09.13 []
  14. RT: ISIS economy based on illegal drug trade – Russian anti-drug chief – zuletzt aufgerufen am 02.11.2015 []
  15. The Stoned Society: Drugs and Isis: The Lethal Connection – nicht mehr verfügbar []
  16. Finanzierung Al-Qaida – Wirtschaftswoche – aufgerufen am 09.09.13 []

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