Volkswirtschaftliche Auswirkungen

Belastung der Gesundheitssysteme und Strafverfolgung

(c) Philcold | Dreamstime.com

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Die steigende Zahl an Drogensüchtigen in den Drogenanbauländern belastet die Volkswirtschaft eines solchen Landes erheblich. Zunächst einmal hat der Drogenkonsum Rückwirkungen auf den Arbeitsmarkt. Da es sich bei den Drogentoten und -süchtigen vor allem um junge Leute handelt, geht dem Arbeitsmarkt mit zunehmenden Drogenmissbrauch ein wertvolles Arbeitspotential verloren. Die Produktivität Süchtiger liegt im allgemeinen unter jener eines vergleichbaren Individuums ohne Drogenkonsum. Die Volksgesundheit leidet generell unter dem Konsum und belastet die Gesundheitssysteme eines Staates. Laut WHO gehen beispielsweise ca. 40% aller HIV-Fälle auf den gemeinsamen Gebrauch von Nadeln zurück. Neben den Kosten für die Gesundheitssysteme verursacht der Drogenhandel Kosten für Polizei, Zoll und Justiz. Diese sozialen Kosten entstehen dann denjenigen, die nicht am Drogenhandel beteiligt sind. Die steigende Drogensucht in Südafrika, kostet den Staat beispielsweise jährlich ca. 1,5 Milliarden US-Dollar. Die erhöhte Kriminalität in den Anbauländern hat auch indirekt Auswirkungen auf den Staatshaushalt. In Mexiko hat sie dazu geführt, dass die früher üblichen Tagestouristen aus den USA ausbleiben. Das liegt daran, dass der Drogenkrieg zunehmend auch Bundesstaaten erreicht, die früher noch als weitestgehend sicher galten. Davon betroffen sind auch Tourismushochburgen am Pazifik und in der Karibik, wie Los Cabos oder die Riviera Maya. Viele, die dazu in der Lage sind, verlegen ihren Wohnort außerdem auf die andere Seite der Grenze, weil vor allem die Grenzstädte zu den USA, wie Tijuana und Ciudad Juárez, von der nicht abnehmenden Gewalt in Mexiko betroffen sind. Somit muss Mexiko einen Verlust von Einnahmen aus dem Touristen- und Fremdenverkehr hinnehmen.

Die „holländische Krankheit“

Ein weiteres Problem, das durch den zunehmenden Export von Drogen entstehen kann, ist die sogenannte „holländische Krankheit“. Die holländische Krankheit tritt auf, wenn ein Land Güter (zumeist Rohstoffe) in großem Umfang exportiert. Dadurch entstehen Außenhandelsüberschüsse, durch die es zu einer Aufwertung der Währung des Landes kommt. Dies bringt Absatzprobleme von Gütern der übrigen Industrien mit sich. Der sinkende Export dieser Güter führt dann zum Rückgang oder Verschwinden der betroffenen Industrien und somit zu grundsätzlichen ökonomischen Problemen. So geschehen beispielsweise in Bolivien und Kolumbien. Merkmale sind die Folgenden:

– Rückgang der Produktivität,

– Sinken der Investitionen,

– Abnahme der Wettbewerbsfähigkeit,

– Ansteigen der Verschuldung,

– sinkende Staatseinahmen,

– Inflationsangst gefolgt von Kapitalflucht ins Ausland.

 

Quellen:

Artikel Drogen und Rauschgift – Eine immer größer werdende Gefahr – nicht mehr verfügbar

UNODC: Drug Demand Reduction and HIV Prevention in Myanmar

UNODC: World Drug Report 2010

Friedrich-Ebert-Stiftung: Illegale Drogen – Gesellschaftliche Bedrohung und politische Herausforderungen für Europa und Lateinamerika

Wikipedia-Artikel: Holländische Krankheit

Houben, Guido: Drogen in Russland

Heinrich-Böll-Stiftung: Drogen, Dollars, Demokratie

The Atlantic: In South Africa, a Deadly New Drug is made with HIV Medication

2 Antworten zu Volkswirtschaftliche Auswirkungen

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